
Die Umstellung des Straßenverkehrs auf Elektroantrieb wird die Emissionen an Treibhausgasen auf der Welt im Jahr 2035 um etwa 1000 Millionen Tonnen an CO₂ und anderen klimaschädlichen Gasen senken. Dies berichtet die Internationale Energieagentur (IEA) mit Sitz in Paris in einer Zukunftsprognose für Elektromobilität. Die Ersparnis an klimaschädlichen Emissionen steht aber vor dem Hintergrund von etwas mehr als 6000 Millionen Tonnen CO₂, auf welche die IEA für das Jahr 2025 die direkten Emissionen aus dem Straßenverkehr für 2025 schätzt.
Für das Jahr 2024 hatte die EU-Kommission für den gesamten Transportsektor, einschließlich Schiene, Schifffahrt und Luftverkehr, Emissionen von 8300 Millionen Tonnen CO₂ und 111 Millionen Tonnen an anderen Klimagasen errechnet. Als gesamte Emissionen auf der Welt wurde für 2024 der Wert von 53.200 Millionen Tonnen an CO₂ und klimaschädlichen Gasen angegeben.
Die direkten Emissionen aus dem Straßenverkehr sind nach Angaben der IEA von 2015 bis 2025 international um zehn Prozent gestiegen, vor allem, weil die gefahrenen Kilometer von Pkw und Lkw um etwa ein Viertel gewachsen sind. In den Schwellen- und Entwicklungsländern sei der Straßenverkehr sogar um 35 Prozent gewachsen. In den entwickelten Industrieländern sei der Verkehr in zehn Jahren um zehn Prozent gewachsen, die Auspuffabgase aber seien leicht geschrumpft, wegen sinkender Emissionen von Verbrennermotoren und zugleich wegen der zuletzt zunehmenden Zahl von Elektrofahrzeugen.
Gegenläufige Entwicklungen in China
Für Industrieregionen mit ambitionierter Klimaschutzpolitik – genannt werden die EU, Kanada, Japan, Südkorea und Großbritannien – werden nach Angaben der IEA die Verkehrsaktivitäten bis zum Jahr 2035 um durchschnittlich fünf Prozent zunehmen, die CO₂-Emissionen jedoch um zehn Prozent sinken. In China, dem international größten CO₂-Emittenten, werden nach Aussicht der IEA bis 2035 die gefahrenen Straßenkilometer um 35 Prozent zunehmen, während wegen der zunehmenden Elektrifizierung die direkten Emissionen des Straßenverkehrs um mehr als ein Drittel fallen werden.
Die Rechnung der internationalen Emissionen des Verkehrssektors wird aber durch die Emissionen der Schwellenländer belastet. Deren Straßenverkehr wird in den kommenden Jahren um 35 Prozent zunehmen, die direkten Verkehrsemissionen werden um 30 Prozent steigen, weil es in den meisten Ländern noch kaum Politik für eine Beschränkung von Emissionen und für eine Elektrifizierung gibt. In der Endabrechnung werden im Szenario der aktuellen Politik die Abgasemissionen an CO₂ auf der Welt um zwei Prozent steigen. Selbst mit einer stringenten Umsetzung einer Null-Emissions-Politik von 2050 an – vor allem in den Industrieländern – würden die Verkehrsemissionen bis zum Jahr 2035 nur um wenig mehr als 2000 Millionen Tonnen CO₂ fallen – das sind gemessen an den gesamten Emissionen auf der Welt rund vier Prozent des Wertes von 2024.
Wo kommt der Strom her?
Eine zusätzliche Einschränkung entsteht dadurch, dass gerade mit Elektrofahrzeugen zwar keine Emissionen mehr am Auspuff entstehen, aber eben durch den energieintensiven Bau von Batterien und durch die Stromerzeugung zum Laden der Elektroautos. Dafür ist ein Rechenansatz nötig, der die Emissionen von der Energiequelle bis zum Antriebsrad des Fahrzeugs („well to wheel“) berücksichtigt. Unter diesem Vorzeichen errechnet die IEA, dass bis 2035 mit den Elektroantrieben die CO₂-Emissionen des Straßenverkehrs um 1000 Millionen Tonnen gesenkt werden können.
Für eine solche Umstellung des Verkehrs auf Elektromobilität müsse aber andererseits die Stromerzeugung gewaltig gesteigert werden. 2025 hätten die Elektrofahrzeuge auf den Straßen insgesamt 250 Terawattstunden (TWh) an Energie benötigt, hieß es. Bis 2035 müsse die zum Laden zur Verfügung stehende Energie im Szenario kontinuierlicher Politik auf 1500 TWh versechsfacht werden, in einem ambitionierteren Szenario sogar um den Faktor sieben auf 1700 TWh steigen.
„Großer Ansturm“ auf Prämie für E-Autos
In Deutschland ist unterdessen die neue Prämie für Elektroautos aus Sicht des Bundesumweltministeriums sehr erfolgreich angelaufen. Nach nur 24 Stunden habe es schon 18.000 Anträge auf die Förderung gegeben, teilte der Sprecher von Umweltminister Carsten Schneider (SPD) am Mittwoch mit. Das sei ein „großer Ansturm“ gewesen, sagte er der F.A.Z. Seit Dienstag kann die „E-Auto-Förderung“ beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden, einer Bundesoberbehörde des Wirtschaftsministeriums von Katherina Reiche (CDU).
Theoretisch kann der Kauf von bis zu 800.000 Autos mit dem neuen Instrument unterstützt werden. Es gilt rückwirkend für Erstzulassungen vom 1. Januar an. Das Gesamtvolumen beträgt rund drei Milliarden Euro. Je nach Autotyp, Haushaltseinkommen und Kinderzahl sind Zuschüsse von 1500 bis zu 6000 Euro je Fahrzeug möglich. Dabei werden Plug-in-Hybride weniger stark gefördert als reine Elektroautos.
