Wie läuft die Eröffnung ab?
Die Zelte öffnen am Samstag um neun Uhr. Falls Sie keinen Platz bekommen, können Sie sich stattdessen auf den Einzug der Wiesnwirte freuen: Mit Pferdegespannen und geschmückten Wagen ziehen die Gastronomen ab 10.35 Uhr durch die Stadt und auf dem Festgelände ein. Um zwölf Uhr ist dann der traditionelle Anstich im Schottenhamel-Festzelt: Der Münchner Oberbürgermeister – für Dominik Krause (Grüne) ist es heuer das erste Mal – schlägt das erste Fass an. Dann heißt es: „O’zapft is!“ Die erste Maß gebührt freilich dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU).
Was sind die Öffnungszeiten?
Los geht es unter der Woche um zehn Uhr, an den Wochenenden sowie am Tag der Deutschen Einheit sogar schon um neun Uhr – dann darf auch schon Bier ausgeschenkt werden. Die Musik startet jeweils eine Stunde nach Öffnung der Zelte. Die letzte Maß in den großen Festzelten gibt es um 22.30 Uhr, dann endet auch die Musik, um 23.30 Uhr ist endgültig Schluss. Ausnahme sind die Käfer-Wiesn-Schänke und Kufflers Weinzelt, hier kann bis ein Uhr gefeiert werden. Fahrgeschäfte und Verkaufsstände schließen spätestens um 24 Uhr.

Was erwartet mich auf der Wiesn?
Rund 40 Festzelte, dazu zahlreiche Buden und Verkaufsstände, aber auch mehr als 100 Schausteller und Fahrgeschäfte sowie fast 200 Marktkaufleute. Am ersten Sonntag findet außerdem der Trachten- und Schützenzug statt, am zweiten Sonntag das Platzkonzert der Wiesnkapellen vor der Bavaria.
Seit wann gibt es das Oktoberfest?
Das Fest fand erstmals 1810 anlässlich der Hochzeit von König Ludwig I. und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen statt. Auf einer seinerzeit außerhalb der Stadt gelegenen Wiese wurde das Ereignis mit einem großen Pferderennen gefeiert. Wegen des großen Erfolgs richtete es der Landwirtschaftliche Verein in Bayern im folgenden Jahr abermals aus. 1872 wurde es in den September vorverlegt – wegen des (meistens) besseren Wetters.
Wie komme ich hin?
Der direkte Weg führt über die U-Bahn-Haltestelle Theresienwiese (U5). Da kann es allerdings sehr voll werden. Um die Theresienwiese herum finden sich zahlreiche weitere Stationen, die in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar sind. Die Wege zur Festwiese sind ausgeschildert. Die direkte Anreise mit dem Auto ist nicht möglich, da die Straßen rund um die Festwiese für den Autoverkehr gesperrt werden – besser auf einen Park-and-Ride-Parkplatz am Stadtrand ausweichen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Wiesn fahren. Um das Gelände herum gibt es auch mehrere Taxi-Sammelplätze.
Kostet die Wiesn Eintritt?
Nein, der Eintritt auf das Oktoberfest sowie in die Festzelte ist kostenlos. Ausnahme ist die Oide Wiesn, ein kleiner Bereich auf dem Südteil der Theresienwiese. Hier gibt es neben Festzelten historische Fahrgeschäfte und Buden. Auf der Oidn Wiesn geht es etwas ruhiger und traditioneller zu, weshalb sie gerade bei Familien beliebt ist. Der Eintritt kostet vier Euro pro Person, Kinder bis 14 Jahre müssen nichts zahlen. Ab 21 Uhr entfällt die Eintrittsgebühr. Insbesondere die Fahrgeschäfte sind auf der Oidn Wiesn aber mit 1,50 Euro pro Fahrt deutlich günstiger als auf dem restlichen Festgelände.
Was darf ich mit aufs Gelände nehmen?
Taschen und Rucksäcke dürfen ein Volumen von höchstens drei Litern haben, die Maße 20 mal 15 mal 10 Zentimeter nicht überschreiten. Glasflaschen dürfen nicht mitgebracht werden, ebenso wenig Gassprühdosen mit schädlichem Inhalt, Hieb-, Stoß- oder Stichwaffen. Das gilt auch für Trachtenmesser. Von 18 Uhr an sowie an Samstagen und am 3. Oktober gilt außerdem ein Kinderwagenverbot.
Was kann man mit Kindern machen?
Für Kinder und Familien finden sich zahlreiche Fahrgeschäfte und Attraktionen auf der Wiesn – zum Beispiel der Flohzirkus oder das Kasperltheater. Empfehlenswert ist ein Besuch unter der Woche, wenn etwas weniger Gedränge herrscht. Dienstags ist auf der Wiesn Familientag, viele Geschäfte und Buden bieten dann Sonderpreise für Kinder an. Mittags gibt es in vielen Zelten bei der Mittagswiesn außerdem ein vergünstigtes Angebot. Am Familien-Platzl gibt es ebenfalls viele kindgerechte Angebote und einen Wickelraum, einen weiteren finden Sie im Service-Zentrum hinter dem Schottenhamel-Festzelt – dort gibt es auch einen Stillraum.
Muss ich Tracht tragen?
Nein. Tatsächlich ist das Tragen von Tracht auf dem Oktoberfest ein sehr moderner Trend. Sie können anziehen, was Sie möchten. Zum Feiern auf der Bierbank empfehlen sich flache Schuhe, außerdem sind robuste Stoffe ratsam: Sie sollten im Zweifelsfall mit einer Bierdusche rechnen. Falls Sie sich gerne ein Dirndl oder eine Lederhosn kaufen möchten, dann bitte richtig aus dem Trachtengeschäft: Hosen mit Lederaufdruck oder Dirndl aus billigen Polyesterstoffen empfinden manche Bayern als Beleidigung.

Wohin muss die Dirndlschleife?
Manche Frauen machen mit ihrer Dirndlschleife ihren Beziehungsstatus kenntlich. Bindet die Trägerin sie – aus ihrer Perspektive – vorne links, bedeutet das Single, vorne rechts heißt vergeben. Witwen tragen ihre Schleife hinten mittig, genauso wie Kellnerinnen. Aber: Hierbei handelt es sich nicht um einen offiziellen oder gar verpflichtenden Brauch. Frauen können unabhängig von ihrem Beziehungsstatus ihre Schleife tragen, wie sie möchten – und beim Flirten gelten auch auf der Wiesn die Regeln des allgemeinen Anstands.
Welche Etikette gibt es im Bierzelt?
Das Tanzen auf den Tischen ist nicht erlaubt – wegen der Verletzungsgefahr durch die dort abgestellten Bierkrüge. Den letzten Schluck Bier, im bayerischen Volksmund etwa auch als „Noagerl“ bezeichnet, lässt man üblicherweise im Krug. Gezahlt wird in der Regel nicht am Ende, sondern unmittelbar nach Erhalt der jeweiligen Bestellung. Das „Exen“, also Leertrinken eines Maßkrugs, ohne ihn abzusetzen, führt in einigen Zelten zum Rauswurf. Überhaupt: Trinken Sie nicht zu schnell und nicht zu viel. Schaffen Sie sich eine gute Grundlage und essen Sie etwas!
Brauche ich eine Reservierung?
Nicht unbedingt. Die Wiesnwirte sind verpflichtet, einen Teil der Tische für Gäste ohne Reservierung freizuhalten. Gerade unter der Woche ist es in kleineren Gruppen gut möglich, einen Platz zu finden. Aber: Bei großem Besucherandrang schließen die Zelte ihre Türen – insbesondere am Wochenende oder an den Abenden ist das häufig der Fall. Dann ist der Eintritt nur noch mit Reservierung möglich. Bei gutem Wetter können Sie dann in die Biergärten der Festzelte ausweichen.

Worauf muss ich bei einer Reservierung achten?
Eine Tischreservierung können Sie nur direkt bei den Wiesnwirten erwerben, zum Beispiel auf deren Websites. Eine Reservierung erfolgt zumeist für ganze Tische beziehungsweise Gruppen von acht bis zehn Personen und entweder für die Mittagszeit oder für den Abend. Einzelne Plätze können Sie nicht reservieren. Die Reservierung selbst kostet meist nichts, Sie müssen allerdings Verzehrgutscheine kaufen – in der Regel zwei Maß Bier und ein Hendl pro Person. Die Gutscheine gelten während des gesamten Oktoberfests sowie auch einige Monate danach in den Gaststätten der Festwirte. Kurz vor Festbeginn dürfte es nur noch wenige freie Tische geben – allerdings werden immer mal wieder Reservierungen storniert. Vorsicht vor Betrügern: Bereits bestehende Reservierungen dürfen ausschließlich über das Portal oktoberfest-booking.com weitergegeben werden. Wer über andere Plattformen eine Reservierung erwirbt, riskiert, nicht eingelassen zu werden.
Was kostet das Bier?
Die Preise für die Maß Bier liegen heuer zwischen 14,80 und 15,90 Euro. Im vergangenen Jahr wurden je nach Zelt zwischen 14,50 Euro und 15,80 Euro fällig. Alkoholfrei ist es etwas günstiger: Wasser gibt es für um die elf, Spezi für knapp 12,80 Euro. Auf dem Festgelände gibt es aber auch mehrere kostenlose Trinkwasserspender.
Es ist schon so teuer. Muss da wirklich Trinkgeld sein?
Tatsächlich ist auch bei diesen Preisen ein Trinkgeld üblich, da es einen wesentlichen Bestandteil des Gehalts der Wiesnbedienungen ausmacht. Da Sie nach Erhalt jeder Bestellung direkt zahlen, können Sie davon ausgehen, dass die Bedienungen Ihnen den Rest des Tages nicht unbedingt wohlgesonnen ist, wenn Sie beim Trinkgeld knausern.
Darf ich wenigstens den Krug behalten?
Nein, der Krug ist nicht inklusive – wer hier glaubt, ein Souvenir einstecken zu können, begeht Diebstahl. Laut Bußgeldkatalog drohen eine Geldbuße von bis 360 Tagessätzen oder sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr – damit müssen allerdings nur Mehrfachtäter rechnen. Übrigens: Auch Wildpinkeln wird auf der Wiesn geahndet – es werden 100 Euro Bußgeld fällig, schließlich stehen in den Zelten und auf dem Gelände zahlreiche Toiletten zur Verfügung.

Kann ich mit Karte zahlen?
Verlassen Sie sich nicht darauf! Nach Angaben der Stadt ist Kartenzahlung zwar inzwischen bei etwa der Hälfte der Stände und Fahrgeschäfte möglich. Stellen Sie sich im Zweifel lieber auf Barzahlung ein und heben Sie im Vorfeld ausreichend Geld ab. Falls Ihnen die Scheine ausgehen, finden sich mehrere Geldautomaten auf dem Festgelände.
In welches Zelt sollte ich gehen?
Spätestens am Abend stehen die Gäste in allen großen Zelten zu Hits wie „Sweet Caroline“ oder dem „Fliegerlied“ auf den Bänken. Beim jüngeren Partypublikum beliebt ist das Hacker-Festzelt, im Hofbräu ist das Publikum etwas internationaler. Das Marstall-Zelt gilt als etwas gediegener, während im Löwenbräu gern die Fans vom TSV 1860 feiern. In der Bräurosl lädt die Gay Community am ersten Wiesnsonntag zum Gay Sunday ein, Prominente gehen gern in die Käfer Wiesn-Schänke. Mit einem klaren kulinarischen Schwerpunkt präsentieren sich die Ochsenbraterei und die Fischer-Vroni. In der Augustiner Festhalle wird das Bier noch aus dem Holzfass gezapft, das Zelt ist tagsüber auch bei Familien beliebt.

Welches Bier gibt es auf der Wiesn?
Speziell für die Wiesn brauen sechs Münchner Brauereien – Augustiner, Hacker-Pschorr, Löwen, Paulaner, Spaten und das Staatliche Hofbräu – das Oktoberfestbier. Es muss das Reinheitsgebot erfüllen, das Wasser muss aus einem Tiefbrunnen stammen, der auf Münchner Stadtgebiet liegt, und die Stammwürze muss bei mindestens 13,6 Prozent liegen. Der Alkoholanteil liegt bei rund sechs Prozent. In jedem Festzelt gibt es das Bier aus nur einer Brauerei. Ob Weißbier, Alkoholfreies und Radler im Angebot sind, variiert von Zelt zu Zelt.
Darf ich auf dem Oktoberfest kiffen?
Nein, der Konsum von Cannabis ist nicht erlaubt. Der Bayerische Landtag hat im vergangenen Jahr ein Verbot der Droge auf Volksfesten und in Biergärten beschlossen. In den Zelten ist auch das Rauchen untersagt, viele Wirte haben aber Raucherbereiche auf den Balkonen oder vor den Zelten eingeführt.
Wo kann ich nach der Wiesn weiterfeiern?
Einige Clubs und Bars bieten täglich After-Wiesn-Partys an – zum Beispiel die Milchbar oder der Wiesnclub. Obacht: Wiesngänger sind nicht überall in der Stadt willkommen, in einigen Lokalen gilt ein Trachtenverbot. So will man stark alkoholisierte Festbesucher draußenhalten.
