Man sollte über Tote nichts Schlechtes sagen, denn sie können sich nicht verteidigen. Das ist im Fall des bosnischen Serben Ratko Mladić, der im Alter von 84 Jahren in seiner Gefängniszelle in Den Haag gestorben ist, schwierig. Der Mann ist 2017 rechtskräftig wegen Völkermords verurteilt worden. Auf seinen Befehl sind im Juli 1995 rund 8.300 wehrlose bosnische Männer und Jungen erschossen worden. Es war das größte Massaker in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg.
Mladić war verantwortlich für die jahrelange grausame Belagerung Sarajevos von 1992 bis 1995. Er war der Exekutor der großserbischen Politik, die vieltausendfachen Tod und Vertreibung von mehr als zwei Millionen Menschen zur Folge hatte. Der bosnisch-serbische General trug zu Recht den Titel »Schlächter vom Balkan«.
