
Nur dass das „politische Establishment“ sich verweigerte. Farages wichtigster Gegenkandidat war ein Mann mit einer Mülltonne auf dem Kopf. Man wird das Gefühl nicht los, dass „Count Binface“ unter dem Deckmantel der Satire Wahlen ernster nimmt als der Wahlkreisgewinner selbst. Zumindest brachten seine Wahlversprechen – unter anderem, mehr Zeit in Clacton-on-Sea statt in Washington zu verbringen – durchaus Ernst in die Wahlposse. Farage macht sich in seinem Wahlkreis standardmäßig rar.
Die Wahlbeteiligung ist gesunken
Einen Teil der Wähler hat das alles nicht gestört, Farage bekam mehr Stimmen als bei der vorherigen Wahl. Doch viele Stimmberechtigte blieben zu Hause – ein Zeichen dafür, dass sich nicht wenige über die Geld- und Zeitverschwendung geärgert haben. Die Wahl kostete den Steuerzahler schätzungsweise 200.000 Pfund.
Ob Farage bei einer Wahl, bei der auch ernst zu nehmende Kandidaten antreten, so deutlich vorne liegen würde, darf bezweifelt werden. Infolge der Spendenaffäre könnte diese Wahl schneller kommen, als Reform UK lieb ist. Denn dann wird sich zeigen, ob die Nachwahl eine so gute Idee war.
