
Der ehemalige Chefredakteur der britischen Boulevardzeitung „Daily Mirror“, Piers Morgan, will Charles Spencer wegen „erfundener Ungenauigkeiten“ in dessen neuen Buch über seine Schwester Prinzessin Diana verklagen. Auf der Plattform X schrieb der britische Journalist am Dienstag, dass er rechtliche Schritte gegen Graf Spencer und seine Verlage einleiten werde „wegen nachweislicher Lügen, die er in seinem neuen Buch über mich geschrieben hat und die seine Glaubwürdigkeit als angeblicher ‚Historiker‘ infrage stellen“.
In dem betreffenden Abschnitt des Buchs „Swan Song. Diana, meine Schwester“ vom amerikanischen Verlag Penguin Random House wirft der Autor Piers Morgan vor, er und seine Kollegen des „Mirror“ hätten 1993 Bilder von Diana veröffentlicht, die der Besitzer eines Fitnessstudios „mit versteckten Kameras“ aufgenommen hatte. „Sie zeigten Diana, wie sie in einem Gymnastikanzug Sport machte.“ Morgan war zu diesem Zeitpunkt aber noch Chefredakteur des Boulevardblatts „The Sun“, er wechselte erst 1995 von Rupert Murdochs News of the World zum „Daily Mirror“.
Morgan bezeichnet die Buchpassage als „sehr belastend“
Spencer entschuldigte sich noch am Erscheinungstag seines Buchs bei Morgan, wie dieser auf X mitteilte: „Graf Spencer hat sich bei mir für die verleumderischen Lügen entschuldigt, die in seinem heute erschienenen Buch ,Swan Song‘ veröffentlicht wurden. Dennoch gehe ich rechtlich gegen ihn und seinen Verlag Penguin vor, um die Entfernung der Lügen sowie die Zahlung von Schadenersatz an den King’s Trust zu erwirken.“ In seiner Talkshow „Piers Morgan Unscensored“ sprach Morgan danach davon, wie „sehr belastend“ die Buchpassage für ihn sei. Er sei „auf die abscheulichste Art und Weise beschrieben worden“, die man sich vorstellen könne.
In dem Abschnitt zuvor geht es um die Einladungen zur Trauerfeier für die 1997 tödlich verunglückte Prinzessin Diana. Spencer schreibt davon, wie „fassungslos“ er gewesen sei, als er gehört habe, dass auch die Chefredakteure der britischen Boulevardblätter eingeladen worden seien, „war sie doch von ihren Schergen bis in den Tod verfolgt worden“. Er habe dann einen Chefredakteur nach dem anderen angerufen und wieder ausgeladen.
Die meisten hätten eingesehen, „dass sie den Bruder der viel betrauerten Prinzessin nicht einfach so vor den Kopf stoßen konnten“ und eingewilligt, nicht zu kommen. „Der Einzige, der nicht verwirrt oder betreten, sondern ziemlich unwirsch reagierte, war Piers Morgan vom ,Daily Mirror‘, der mich erst anblaffte und dann auflegte.“ Danach folgt die Passage mit dem Vorwurf, sein Blatt habe vier Jahre zuvor die Fotos von Diana aus dem Fitnessstudio veröffentlicht, darum sei anzunehmen, „dass Morgan sich besonders schuldig fühlte“.
