Gesa Krause hat in einem dramatischen Finale Gold über 3.000 Meter Hindernis bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham gewonnen und dem deutschen Team den ersten Titel bei den kontinentalen Titelkämpfen beschert. Bronze gewann Olivia Gürth.
Dramatisch verlief das Finale für Lea Meyer, die auf Medaillenkurs am letzten Wassergraben stürzte und Vierte wurde. Auch bei der WM 2022 war ihr im Vorlauf dieses Missgeschick passiert. „Das war dämlich und doof, es ist aber nun mal so. Bei Olympia 2028 in Los Angeles will ich als deutsche Rekordhalterin vorne mitlaufen“, sagte Meyer im ZDF und kritisierte zudem Siegerin Krause, die fast den ganzen Lauf über in Meyers Windschatten lief. „Also das ist einem ja bewusst: Gesa will einfach keinen Meter was machen. Die sitzt es aus und rennt da hinten raus“, sagte Meyer.
Krause feierte hingegen ihren dritten EM-Triumph nach 2016 in Amsterdam und 2018 in Berlin. Für Gürth ist Bronze der größte Erfolg in der Karriere der 24-Jährigen, die im Juniorenbereich aber schon mehrmals Europameisterin wurde. Silber gewann die Titelverteidigerin Alice Finot aus Frankreich.
„Ich bin unfassbar dankbar. Ich muss niemanden mehr etwas beweisen. Es macht mir Spaß, es ist mein Leben“, sagte Krause nach ihrem Titelgewinn im ZDF-Interview. „Dieses Gold nach acht Jahren ist wunderschön. Ich darf wieder die Hymne hören, vielleicht ist es das letzte Mal.“
Sprinter Ansah erreicht Finale und bricht TV-Interview ab
Die 3.000 Meter Hindernis sind auf europäischer Bühne schon seit Jahren eine deutsche Domäne. Zuletzt hatte es 2012 in Helsinki zwei Medaillen für Deutschland gegeben.

Schon damals war Krause, die seit Frühjahr 2023 Mama einer Tochter ist, dabei und holte Bronze. Zwei Jahre später bejubelte Antje Möldner-Schmidt den ersten EM-Titel einer deutschen Läuferin in dieser noch relativ jungen Leichtathletik-Disziplin, die erst seit 2006 Teil von Europameisterschaften ist.
Unterdessen hat der von einer Sperre bedrohte Sprinter Owen Ansah das Finale über 200 Meter erreicht und dabei nur knapp den deutschen Rekord verpasst. Zwei Tage nach Bronze über 100 Meter gewann Ansah sein Halbfinale in 20,04 Sekunden. Er blieb damit nur zwei Hundertstelsekunden über dem nationalen Rekord von Joshua Hartmann aus dem Jahr 2023.
Einer Frage nach der möglichen Sperre wich Ansah im ZDF aus. Er wolle darüber nicht sprechen, sagte er – und brach das Interview ab. Wegen des Vorwurfs, eine Dopingprobe verweigert zu haben, hat die Nationale Anti Doping Agentur eine vierjährige Sperre gegen Ansah vorgeschlagen. Der 25-Jährige lehnt das ab und ist derzeit nicht suspendiert. Über 100 Meter holte er seine erste Einzelmedaille bei einer großen Meisterschaft.
Hartmann schied im Halbfinale in 20,36 Sekunden aus und verpasste den Endlauf nur um eine Hundertstelsekunde. Auch der dritte deutsche Teilnehmer Kameron Horton (20,58 Sekunden) ist nicht im Finale dabei. Es findet am Freitag (22.25 Uhr MESZ/ARD und Eurosport) statt.
