Weltmeister Leo Neugebauer hat bei der Leichtathletik-EM nach einem dramatischen 1.500-Meter-Lauf die Goldmedaille im Zehnkampf gewonnen. Der 26-Jährige rettete einen Vorsprung von nur 38 Punkten auf seinen deutschen Teamkollegen Niklas Kaul ins Ziel und sicherte sich mit 8.611 Zählern den zweiten großen Titel seiner Karriere. Bronze sicherte sich mit 8.433 Zählern der Norweger Sander Skotheim. Der dritte deutsche Starter Amadeus Gräber landete mit 8.162 Punkten auf dem achten Rang.
Neugebauer hatte bei seinem EM-Debüt schon nach der zweiten Disziplin die Führung übernommen und schien lange auf Gold programmiert. Doch der Stuttgarter leistete sich immer wieder Wackler und hatte zudem unverschuldet Pech, als beim Stabhochsprung Höhen und Abstände der Latte mehrmals nicht stimmten. Nach dem Finale sagte Neugebauer im ZDF: »Ich habe alles gegeben, auf den letzten 50 Metern haben mich meine Beine wieder ein bisschen im Stich gelassen, aber ich habe nochmal durchgezogen.«
Beim Speerwerfen hatte sich Kaul zuvor mit 73,54 Metern erstmals auf einen Medaillenrang vorgeschoben. Am Ende seines traditionell starken zweiten Tages hätte der frühere Welt- und Europameister seinen Teamkollegen mit einen Rückstand von nur noch 154 Punkten beinahe überholt. Obwohl Kaul als der deutlich bessere Läufer gilt, unterlag er im Finale. Für den 28-Jährigen ist die Silbermedaille der größte Erfolg seit seinem EM-Titel 2022 in München.
Neugebauer sorgte mit seinem Sieg für das zweite Gold des deutschen Teams bei den Titelkämpfen in Großbritannien. Kurz zuvor hatte Gesa Felicitas Krause über 3.000 Meter Hindernis die erste Goldmedaille für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) bei der Europameisterschaft gewonnen. Die 34-Jährige Sportlerin setzte sich im Rennen gegen die zweitplatzierte Französin Alice Finot sowie ihre deutsche Teamkollegin Olivia Gürth durch, die Bronze gewann.
