
Um ein neues Terminal an einem Flughafen zu betreiben, braucht es auch eine neue Sicherheitsarchitektur. Auf behördlicher Seite ist das die Bundespolizei, die seit dem ersten Betriebstag des neuen Terminals 3 für die Sicherheit der Passagiere sorgt. Zwischen dem Hauptgebäude und dem Flugsteig H hat die Inspektion IV ihre Dienststelle im Terminal 3. Am Dienstag wurde diese feierlich eingeweiht. Zudem legten in einer Zeremonie 134 junge Bundespolizisten ihren Amtseid ab. Sie alle arbeiten seit diesem Jahr am Flughafen. Zahlreiche Gäste von Bundespolizei und Fraport sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung nahmen an der Feier am Ende des Flugsteigs H teil.
Dass so viele Gäste gekommen seien, zeige „allergrößte Wertschätzung“ für eine der forderndsten Dienststellen der Bundespolizei, sagte Kerstin Kohlmetz, die Präsidentin der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt am Main. Sie stellte den Amtseid in den Mittelpunkt, der festhalte, dass sich junge Menschen bewusst für einen Beruf mit großer Verantwortung entschieden hätten.
Andrea Lindholz (CSU), Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, erinnerte daran, dass sich die Sicherheitslage an Flughäfen angesichts jüngster Sabotageakte stark verändert habe. Der Amtseid erhalte dadurch zusätzliches Gewicht. Zugleich blicke die Bundespolizei in diesem Jahr auf 75 Jahre Geschichte zurück: Aus dem Bundesgrenzschutz sei eine moderne Sicherheitsbehörde geworden, sagte Lindholz. Mit der neuen Dienststelle könnten kommende Aufgaben am Flughafen, darunter die Umsetzung des seit Frühling in Betrieb gesetzten europäischen Ein- und Ausreisesystems EES, besser erfüllt werden.
Größte Dienststelle auf sehr kleiner Fläche
Der hessische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Kaweh Mansoori (SPD) nannte den Frankfurter Flughafen das „Tor zur Welt“: Rund 160.000 Menschen würden hier täglich abgefertigt. Die vielen Menschen auf engem Raum stellten die Bundespolizei vor besondere Herausforderungen. Die Ausbildung gebe den neuen Kräften zwar fast alles Notwendige für ihre Aufgaben mit. Dennoch werde es Situationen geben, in denen Bauchgefühl und Intuition eine Rolle spielten. Dafür sollten sich die Beamten Raum lassen.
Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) sah in der Einweihung ein Signal dafür, dass mit wachsenden Kapazitäten auch die Sicherheitsarchitektur Schritt halte. Für viele Passagiere sei der Flughafen der erste Ort, an dem sie Deutschland erlebten. Dass sie sich dort frei und sicher bewegen könnten, sei den Beamten zu verdanken, deren Arbeit als Dienst an der Gesellschaft auch unabdingbar für die Demokratie sei.
Für Dietmar Focke, Vorstand für das operative Geschäft der Fraport AG, stand die neue Dienststelle im Terminal 3 ebenso wie das neue Abfertigungsgebäude selbst für Wachstum und Zukunft. Für Fraport sei die Bundespolizei ein unverzichtbarer Partner, die Zusammenarbeit ein wesentlicher Erfolgsfaktor für einen sicheren und gut funktionierenden Flughafenbetrieb. Die neue Dienststelle biete mehr Platz, modernere Möglichkeiten und eine größere Nähe zum operativen Geschehen. Focke sprach den Beamten „höchste Anerkennung“ aus.
Die Direktion am Flughafen ist mit rund 3000 Mitarbeitern die größte der Bundespolizei. Rund 400 Bundespolizisten arbeiten direkt im Terminal 3. In vier großen Kontrollstellen führen sie Ein- und Ausreisekontrollen durch. Durchschnittlich werden am Frankfurter Flughafen täglich rund 60.000 Kontrollen der Grenzpolizei vorgenommen. Hinzu kommen Asylangelegenheiten und Rückführungen. Auch für die Luftsicherheit und die Bahnhöfe am Flughafen ist die Bundespolizei zuständig. Die Inspektion IV war bis zur Schließung des Terminals 2 dort für die Sicherheit der Reisenden und die Grenzkontrollen zuständig.
