Die Neuen im Skyline Plaza. Gut ein Jahr nach Beginn der Umbauarbeiten im Skyline Plaza wird die Kehrtwende im Einkaufszentrum, in dem es lange Zeit bergab ging mit wachsenden Leerständen, deutlich sichtbar. Zum geplanten Abschluss der Modernisierung im Herbst 2027, die neben baulichen Veränderungen auch neuen Konzepte mit mehr Sport- und Spielangeboten vorsieht, soll das Center wieder voll vermietet sein. TK Maxx und Douglas haben ihre Geschäfte schon vor einem Jahr eröffnet, seit August hat die Modekette New Yorker ihre neue Fläche mit 1000 Quadratmetern bezogen. Im November steht die Eröffnung einer ebenso großen Bershka-Filiale an. Seit Kurzem gibt es auch wieder ein klassisches Schuhgeschäft. Im ersten Obergeschoss hat die Schuhhandelskette Shoe4you einen 600 Quadratmeter großen Laden eröffnet. Shoe4you verkauft Schuhe bekannter Marken (Rieker, Tamaris, Bugatti, Adidas, Nike) für die ganze Familie und richtet sich an preisbewusste Käufer. Frisch eröffnet hat der Hundesalon Lucky Lucy, der Fellpflege und -styling mit Spa-Behandlungen verknüpft.
Flaconi kommt. Der bislang ausschließlich im Netz aktive Online-Parfümhändler Flaconi plant bis Mitte 2027 die Eröffnung von Ladengeschäften in drei Metropolen: Berlin, München und Frankfurt. Ziel sei, das digitale Geschäft mit dem stationären Erlebnis zu vereinen, heißt es in Branchenforen. Das neue Konzept „Beauty now“ setze auf innovative Services und eine enge Zusammenarbeit mit Markenpartnern. In Frankfurt hat sich Flaconi die ehemalige Wormland-Fläche an der Ecke Biebergasse/Schillerstraße gesichert. Die Immobilie wird gerade modernisiert und umgebaut. Der international tätige Onlineshop für Beauty- und Parfümprodukte hat seinen Hauptsitz in Berlin und wurde 2011 gegründet. Das Angebot umfasst rund 1000 nationale und internationale Marken. Zum Sortiment gehören Parfüms, Haut- und Haarpflege, Make-up, Naturkosmetik und Accessoires.

Go Asia statt Depot. Die Handelskette Depot ist Geschichte. Zu Ende September hat die GDC Deutschland GmbH, der es auch angesichts der Billigkonkurrenz aus Asien nicht gelungen ist, nach der Insolvenz in Eigenregie 2024 ausreichend Geld zu verdienen, ihren gesamten Geschäftsbetrieb eingestellt und alle verbliebenen Filialen geschlossen. Die Frankfurt-Filiale an der Kaiserstraße war schon länger zu. In der ersten Oktoberwoche wird dort die asiatische Supermarktkette Go Asia einziehen, auf einer Fläche von 600 Quadratmetern. Go Asia verkaufte bis vor Kurzem noch im ehemaligen Karstadt-Haus, eine weitere Filiale befindet sich im Einkaufszentrum My Zeil. Ein dritter Standort, am Frankfurter Hauptbahnhof, ist in Planung.
American Vintage statt Eterna. Überhaupt tut sich gerade viel an der Kaiserstraße. Am 9. Oktober wird hier die französische Modemarke American Vintage eine Filiale eröffnen, sie ist bekannt für farbenfrohe, lässige Strick-Oberteile und Basics. Bisher verkaufte das Label in einem kleineren Laden am Steinweg. Die neue Filiale ist mit knapp 100 Quadratmetern geräumiger und besser auf die Bedürfnisse der Warenpräsentation zugeschnitten, wie es heißt. Vormieter an der Kaiserstraße war der traditionsreiche Hemden- und Blusenhersteller Eterna aus dem niederbayerischen Passau, der seinen Geschäftsbetrieb im Sommer endgültig eingestellt hat. Wie Depot hatte Eterna eine Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet, konnte aber keinen Investor finden. Die Markenrechte hat der Hemdenhersteller Olymp übernommen. Alle verbliebenen Geschäfte wurden abgewickelt.

Filiale für Kontaktlinsen. Und es gibt noch einen Dritten in der Runde der Newcomer an der Kaiserstraße. Das Schweizer Pharmaunternehmen Alcon, nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Produkte und Geräte in der Augenheilkunde, eröffnet laut Ankündigung in einem Schaufenster an der Kaiserstraße eine Filiale für Kontaktlinsen. Üblicherweise verkauft der Kontaktlinsen-Hersteller seine Produkte über Handelspartner.

Moscot-Brillen und Samsonite. An der Frankfurter Freßgass’ haben Bauunternehmen gerade ebenfalls gut zu tun. Die neue Douglas-Filiale neben Nespresso – die Kosmetik- und Parfümeriekette verkaufte bisher auf der anderen Straßenseite – ist bald fertig. Noch nicht angefangen haben die Umbauarbeiten für den neuen Marken-Store des internationalen Herstellers von Reisegepäck, Samsonite, der da einziehen wird, wo Nespresso vor dem Umzug an seinen jetzigen Standort Kaffeekapseln verkaufte. Vorwärts geht es dagegen auf der Fläche, die die amerikanische Brillenmarke Moscot übernommen hat. Moscot ist eine Premium- und Traditionsmarke aus New York, benannt nach ihrem Gründer, Hyman Moscot, in fünfter Generation familiengeführt, die auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurückblickt. In Deutschland gibt es die Modelle bisher nur über wenige ausgewählte Händler zu kaufen und in einem Flagship-Store in München. Nach Frankfurt kommt jetzt das zweite Markengeschäft.
Koffer Klein geht. Koffer von Samsonite verkauft auch das Fachgeschäft Koffer Klein am Roßmarkt, eines der letzten verbliebenen inhabergeführten Handelsunternehmen in der Frankfurter Innenstadt, das als Traditionshaus in bester Innenstadtlage auch für viele Kunden aus dem Ausland eine feste Adresse ist. Annelie Becker und ihre Tochter Annette Fuchs führen es seit 2013 gemeinsam. Doch nun hat sich die Familie entschlossen, dass 1938 in Berlin gegründete Unternehmen aufzugeben. Mitte Februar 2027 wird das Fachgeschäft, das sich über rund 550 Quadratmeter erstreckt und ein breites Markenangebot bei Koffern, Taschen und Reiseaccessoires bietet, schließen. „Die Entscheidung ist uns sehr schwergefallen“, teilt die Unternehmerfamilie mit. Als Begründung führt sie die allgemeine Konsumzurückhaltung an.
NWZ ohne Baumarkt. Anfang August hat die Hagebau-Gruppe – eine Kooperation unternehmerisch selbständiger mittelständischer Fach- und Baumarkthändler – ihre Filiale im Nordwestzentrum geschlossen. Das Geschäft war vor fünf Jahren unter dem Namen Werkers Welt als Kleinflächenformat auf 750 Quadratmetern eröffnet worden, der erste City-Baumarkt der Gruppe. Das Kleinflächenkonzept, das inzwischen unter „hagebau kompakt“ läuft, habe sich an dem Standort wirtschaftlich nicht bewährt, heißt es auf Anfrage. Kompakt-Standorte in der Nähe gibt es weiterhin in Wiesbaden, Ingelheim und Karben.
Liebesdienste plus Men limited. Goran Djukic am Oeder Weg hatte doppelt Pech. Der erste Wasserschaden in seinem Einrichtungsgeschäft Liebesdienste, in dessen Folge der Laden nahezu ein Jahr komplett geschlossen bleiben musste, war nach der Neueröffnung bald vergessen, da tropfte vor zwei Monaten Wasser aus den oberen Räumen in seinen Concept-Store für Männer, Men Limited, der etwas weiter südlich vom Stammgeschäft lag. Djukic musste das Geschäft schließen. Inzwischen hat er sich wieder neu sortiert und kündigt an, das Konzept, das sehr beliebt war, bei Liebesdienste zu integrieren. Im November werde man zunächst mit einer „Light Version“ beginnen und dann nach und nach die Warengruppen integrieren, die Sinn hätten, sagt Djukic.
Auf und Zu in Kürze: Das ging schnell. Erst im Juni hat das Berliner Start-up Lap Coffee seine erste Filiale an der Berger Straße eröffnet, nun folgte bereits die zweite Eröffnung, an prominenter Stelle, neben Hugendubel am Rathenauplatz. Der „About Kitchen Store“, den das Frankfurter Architekturbüro und Einrichtungshaus Morgen Interiors bisher über dem Bistro KMH an der Kleinmarkthalle betrieb, ist an die Berliner Straße umgezogen, auf die Fläche, auf der vorher das Teppichgeschäft Hagnazari zu finden war.
