Die Oscar-Akademie hat neue Regeln für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Filmen beschlossen. Zukünftig sind Schauspielerinnen und Schauspieler sowie Drehbücher, die von KI generiert wurden, von der Nominierung in ihren jeweiligen Kategorien ausgeschlossen. Um sicherzustellen, dass Einreichungen von Menschen erschaffen wurden, kann die Akademie in Zukunft zusätzliche Informationen erfragen. Die Regeln gelten ab der Verleihung im kommenden März.
Hintergrund ist eine zunehmende Verwendung von KI in Filmen, um die Kosten für Filmproduktionen zu senken. Im vergangenen Jahr debütierte die KI-generierte Version einer Schauspielerin unter dem Namen Tilly Norwood und löste mit dem Einsatz breite Kritik aus. Die Schauspieler-Gewerkschaft Sag-Aftra kritisierte die Verwendung Norwoods scharf. »Tilly Norwood ist keine Schauspielerin, sondern eine Figur, die von einem Computerprogramm generiert wurde, das anhand der Darbietungen unzähliger professioneller Darsteller trainiert wurde – ohne deren Zustimmung und ohne Vergütung«, hieß es von der Gewerkschaft.
Neben den Bestimmungen zum Einsatz von KI beschloss die Akademie neue Regeln für Nominierungen. In der Sparte Internationaler Spielfilm werden zukünfitg neben der Auswahl des jeweiligen Landes auch Werke berücksichtigt, die einen wichtigen Festivalpreis gewonnen haben. Das gilt beispielsweise für den Goldenen Bären der Berlinale. Außerdem können Darstellerinnen und Darsteller für mehr als eine Rolle in den Sparten als Bester Haupt- oder Nebendarsteller nominiert werden. In anderen Sparten war diese Doppelnominierung bereits erlaubt.
