
Holstein Kiel hat mit enormer Effizienz die nächsten wichtigen Punkte im Abstiegskampf der 2. Bundesliga gesammelt. Der nun seit fünf Spielen ungeschlagene Nord-Club siegte mit 1:0 (0:0) bei Hertha BSC. Mit dem einzigen Holstein-Torschuss überhaupt erzielte Jonas Therkelsen in der 63. Minute den Siegtreffer.
Die Hertha dominierte die Partie in den Retro-Shirts, die an den Berliner Meistertitel vor 120 Jahren erinnerten. Dass es trotz klarer Überlegenheit vor 47.280 Zuschauern im Olympiastadion nicht zu einem Tor reichte, lag an einer fahrlässigen Chancenverwertung – und auch an Günter Perl. Der Videoreferee griff nach dem Blitztreffer von Josip Brekalo (2.) erstmals ein. Luca Schuler stand im Abseits. Tief in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit revidierte er einen Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Robert Kampka. Diesmal war Deyovaisio Zeefuik denkbar knapp im Abseits erwischt worden.
Dazwischen lagen 45 Minuten Hertha-Dominanz und einige gute Paraden von Kiels Torwart Timon Weiner. Kiel machte keine Anstalten, die erstaunliche Passivität im Kreativspiel zu beheben. Die Hertha hatte durch Schuler (56.) die nächste gute Chance. Als Weiner schon geschlagen war, klärte Marko Ivezic (61.) einen Schuss von Michael Cuisance kurz vor der Linie. Und kurz darauf machte Therkelsen mit seinem Tor aus kurzer Distanz einen absurden Spielverlauf perfekt.
Siegtor mit der Hacke
Mit sehenswerten Toren hat Arminia Bielefeld im Kellerderby bei Preußen Münster wichtige Punkte im Abstiegskampf geholt. Beim Schlusslicht siegte der effiziente Aufsteiger mit 3:2 (3:1). Die Gastgeber gingen dank Yassine Bouchama (2.) früh in Führung, ehe Monju Momuluh (11.) ausglich und Roberts Uldrikis (16.) sowie Mael Corboz (34.) die Partie drehten. Ein Eigentor von Maximilian Großer (86.) sorgte noch einmal für Spannung.
Münster nähert sich nach vier Spielen ohne Sieg unter Trainer Alois Schwartz bei fünf Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz der 3. Liga. Dabei erwischten die Gastgeber einen guten Start. Nach Flanke von Charalambos Makridis köpfte Bouchama per Aufsetzer ein. Die Antwort ließ allerdings nicht lange auf sich warten, Momuluh spitzelte den Ball artistisch mit hohem Bein ins Tor. Uldrikis traf nach einen Freistoß per Kopf, dann glänzte Kapitän Corboz mit einem kunstvollen Hackentreffer mit dem Rücken zum Tor.
Hannover nähert sich der Aufstiegszone
Vor 30.255 Zuschauern kontrollierte der Aufstiegskandidat lange das Geschehen und ließ defensiv kaum etwas zu. Erst kurz vor der Pause wurde Karlsruhe gefährlich: Zunächst vergab Philipp Förster eine große Ausgleichschance, dann traf Schleusener zum 1:1. Für den 34-Jährigen, der den KSC im Sommer verlassen wird, war es der zehnte Saisontreffer.
Nach einem Handspiel des früheren 96-Spielers Marcel Franke im eigenen Strafraum deutete zunächst vieles auf einen Elfmeter für die Niedersachsen hin. Der Videobeweis ergab jedoch, dass ein anderer Spieler bei der vorausgegangenen Flanke knapp im Abseits stand (60.). Die Gäste drängten danach auf das 2:1. Havard Nielsen hatte das bereits in der 78. Minute auf dem Fuß. Dann beseitigte Yokota für die Gäste die letzten Zweifel.
