
Eine zukunftsfähige Bildungs- und Qualifizierungsinfrastruktur als Grundlage der Fachkräftesicherung, eine leistungsfähige und verlässliche Verkehrs- und Mobilitätsinfrastruktur sowie der konsequente Ausbau der digitalen Netze und Verwaltungsstrukturen – das sind die drei Kernforderungen der hessischen Wirtschaft an die Landesregierung. Hierzu haben Vertreter der freien Berufe, der Industrie und des Handwerks in einem „Weißbuch“ aufgelistet, wo aus Sicht der Praxis besonderer Handlungsbedarf besteht. Das Papier wurde am Dienstag in Wiesbaden an die Ministerien für Arbeit, Digitalisierung und Wirtschaft übergeben.
Die Präsidentin des Hessischen Industrie- und Handelskammertags, Kirsten Schoder-Steinmüller, nannte eine leistungsfähige Bildungsinfrastruktur als zentralen Standortfaktor für Hessen. „Sanierungsbedürftige Schulen und Berufsschulen, Defizite bei der digitalen Ausstattung und der zunehmende Mangel an Lehrkräften gefährden die Qualität von Bildung und beruflicher Qualifizierung“, mahnte sie.
Mit Blick auf die Verkehrsinfrastruktur hob der Frankfurter IHK-Präsident Ulrich Caspar hervor, dass die Wirtschaft darauf angewiesen sei und viele Verkehrsprojekte zu lange dauerten. „Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen deutlich beschleunigt werden, damit Unternehmen auf eine verlässliche Verkehrsinfrastruktur bauen können.“
HIHK-Vizepräsident Felix Heusler setzte hinzu: „Gerade weil Infrastruktur so grundlegend ist, muss sie breit verstanden werden.“ Verkehr und Mobilität, digitale Netze und Daten, Gesundheits- und Sozialversorgung, Rechts- und Verwaltungsinfrastruktur, Bildung, Forschung und Qualifizierung gehörten daher zur umfassenden Perspektive des Weißbuchs.
