Bis August 2026 sind mehr als dreimal so viele Anträge auf Kriegsdienstverweigerung eingegangen wie 2025. Doch auch die Zahl der Bewerbungen und Einstellungen wächst.
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Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung ist zuletzt deutlich angestiegen. Von Januar bis August 2026 seien im Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) insgesamt 12.102 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung eingegangen, sagte eine Sprecherin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Im gesamten Jahr 2025 gab es demnach lediglich 3.879 Anträge, 2024 waren es 2.249. Auch die entsprechenden Beratungsstellen meldeten einen wachsenden Zulauf.
Gründe könnten wachsende Spannungen zwischen der Nato und Russland sowie der neue Wehrdienst sein. Ziel des neuen Wehrdienstgesetzes ist es, die Zahl der aktiven Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten bis 2035 auf 255.000 bis 270.000 zu erhöhen. Ab dem 1. Juli 2027 ist dafür eine verpflichtende Musterung für junge Männer ab dem Geburtsjahr 2008 vorgesehen – auch wenn der Wehrdienst selbst freiwillig bleibt.
Anträge auf Kriegsdienstverweigerung reichen nicht allein Reservisten und aktive Soldatinnen ein, sondern trotz ausgesetzter Wehrpflicht auch Ungediente. Das Recht zur Verweigerung ist im Grundgesetz verankert.
Insgesamt sei das Interesse am Arbeitgeber Bundeswehr weiterhin hoch, sagte eine Sprecherin des BAFzA. Zum Stichtag 31. August soll es rund 85.000 Erstberatungen gegeben haben. Die daraus resultierenden Bewerbungen (rund 53.100) und Einstellungen (rund 17.000) übertreffen die Werte von 2025 deutlich.
