
Die anhaltende Marktschwäche in China, eine Milliardenabschreibung auf Porsche, die Kosten für den Konzernumbau und der Trend zu margenschwachen Elektroautos lassen den Gewinn bei Europas größtem Autobauer Volkswagen abschmelzen.
Das Unternehmen kappte am Freitag seine Prognose und traut sich 2026 nur noch eine operative Umsatzrendite von gerade einmal einem Prozent zu – statt der bislang angenommenen vier bis 5,5 Prozent. Der Umsatz dürfte bei rund 315 Milliarden Euro liegen, das sind rund sieben Milliarden Euro weniger als im Vorjahr. An der Börse gaben die Aktien 6,4 Prozent nach und waren damit größter Verlierer im Dax.
Volkswagen begründete den Schritt unter anderem mit der anhaltenden Flaute in China. Der weltweit größte Automarkt steckt derzeit in einer tiefen Krise, der Absatz bricht ein. Das sei operativ bei den Marken Volkswagen und Audi zu spüren, hieß es. Dazu kämen Wertberichtigungen auf die vollkonsolidierten Gesellschaften in der Volksrepublik. Auch die steigende Nachfrage nach Elektroautos laste auf der Gewinnmarge, hieß es.
Auch Porsche SE korrigiert nach unten
Seit Jahresbeginn und insbesondere seit Ausbruch des Irankriegs legte der Absatz von Elektroautos in Europa deutlich zu. Mit diesen Fahrzeugen verdient Volkswagen deutlich weniger Geld als mit Verbrennern, vor allem wegen der hohen Kosten für die Batterien.
Zusätzlich macht eine Abschreibung auf die Beteiligung an Porsche dem Unternehmen zu schaffen. Allein das belaste das Ergebnis von VW mit sechs Milliarden Euro. Weitere Belastungen stammten aus dem laufenden Stellenabbauprogramm und dem anstehenden Verkauf des Werks in Osnabrück, hieß es. Der größte Teil der Sondereffekte dürfte im dritten Quartal verbucht werden.
Auch die Eigentümerholding Porsche SE schraubte ihre Prognose herunter und rechnet nun mit einem Konzernergebnis zwischen minus 0,5 und plus 1,5 Milliarden Euro. Das sind jeweils zwei Milliarden Euro weniger als bislang angenommen.
