Schleswig-Holsteins SPD-Landesvorsitzender Ulf Kämpfer will im Wahlkampf neben den klassischen Themen Bildung und Entbürokratisierung auch mit der Verkehrssituation des Landes punkten. «Der Verkehr ist etwas, was den Leuten wahnsinnig auf den Keks geht», sagte Kämpfer der Deutschen Presse-Agentur. «Sie sind unglaublich frustriert. Viele sagen, ich tue doch meinen Teil, ich gehe zur Arbeit, ich zahle Steuern, dann soll doch der Staat auch seinen Teil tun und mal wenigstens meinen Alltag funktionieren lassen.»
Gemeinsam mit Genossen verteilte Kämpfer am Morgen vor dem Kieler Hauptbahnhof Flyer und suchte das Gespräch mit Pendlerinnen und Pendlern. Der Verkehr stehe sinnbildlich dafür, was derzeit schlechter laufe als noch vor 20 Jahren, sagte der frühere Kieler Oberbürgermeister. Züge müssten wieder pünktlicher und verlässlicher fahren und bezahlbar bleiben.
Deshalb setze sich die SPD für ein Sozialticket und ein Azubi-Ticket ein, sagte Kämpfer. «Die Leute haben verdammt nochmal einen Anspruch darauf, zur Arbeit zu kommen, dass die Unternehmer ihre Waren über die Straße bekommen, dass ich zur Schule komme.»
Parteiziele
Auf Linien wie der Marschbahn von Hamburg nach Sylt und der vielbefahrenen Strecke Kiel-Hamburg soll nach dem Willen Kämpfers ergänzend zu bestimmten Zeiten eine Flotte von Landesbussen fahren. Zur Finanzierung sollen nach früheren Angaben vertraglich vorgesehene Minderzahlungen des Landes an die Bahnunternehmen bei Unpünktlichkeit eingesetzt werden.
Schleswig-Holstein wählt am 18. April einen neuen Landtag. 2022 war die SPD hinter der CDU von Ministerpräsident Daniel Günther (43,4 Prozent) und den Grünen (18,3) mit 16 Prozent auf Platz drei gelandet. In einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der «Bild»-Zeitung aus dem Juli kam die Union auf 27 Prozent und die bei der Landtagswahl 2022 noch an der Fünf-Prozent-Hürde gescheiterte AfD mit 18 Prozent auf Platz zwei vor den Grünen mit 17 Prozent und der SPD mit 15 Prozent.
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