
Mehr als vier Jahre nach dem Absturz einer Boeing 737-800 der Linie China Eastern deuten neu veröffentlichte Daten der US-Verkehrsbehörde NTSB darauf hin, dass jemand im Cockpit absichtlich die Treibstoffzufuhr abgestellt hatte, bevor das Flugzeug an einem Berghang in Südchina zerschellte.
Bei dem Unglück in der Provinz Guangxi im März 2022 waren alle der 132 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Die neuen Angaben bestätigen Vermutungen, dass das Flugzeug eine Stunde nach dem Start absichtlich zum Absturz gebracht wurde. Die Piloten hatten während des schnellen Sinkflugs nicht auf Funksprüche anderer Flugzeuge und der Fluglotsen reagiert.
Die nun im Rahmen eines Antrags auf Informationsfreiheit vom National Transportation Safety Board veröffentlichten Angaben beruhen auf Daten eines der beiden Flugschreiber, die aus dem Wrack geborgen wurden. Weil das verunglückte Flugzeug vom amerikanischen Hersteller Boeing stammt, ging eine Blackbox nach Washington.
Kraftstoffzufuhr plötzlich von Hand abgeschaltet
Demzufolge gab es während des Sturzfluges gegenläufige Aktionen der beiden Piloten, nachdem die Kraftstoffzufuhr für beide Triebwerke in acht Kilometer Reiseflughöhe plötzlich von Hand abgeschaltet worden war. Nach dem Abschalten der Kraftstoffzufuhr sanken die Triebwerksdrehzahlen, belegen die nun veröffentlichten Daten. Der Autopilot wurde deaktiviert und eines der Steuerhörner im Cockpit nach unten gedrückt. Gleichzeitig schwankten die Querruder stark, was darauf hindeuten könnte, dass ein anderer Pilot das Flugzeug zu retten versuchte.
Das Flugzeug befand sich auf dem Weg von Kunming nach Guangzhou. Frühere Angaben der chinesischen Behörden deuteten darauf hin, dass vor dem Start keine Auffälligkeiten an Flugzeug oder Triebwerken festgestellt worden waren. Auch das Wetter war ungefährlich, die Besatzung des Fluges 5735 ausgeruht.
