
Nach Angriff auf Waffenmesse: Veranstalter in Untersuchungshaft
Ein ukrainisches Gericht hat am Montag Untersuchungshaft für den Veranstalter einer Waffenmesse angeordnet, die Ziel eines russischen Angriffs geworden war. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Leiter eines Waffenindustrieverbands, Wassyl Hontscharuk, fahrlässige Tötung vor. Bis zum Beginn des Prozesses kann er auch nicht gegen Kaution auf freien Fuß kommen. Bei dem Angriff vom Freitag nahe Kiew waren mindestens elf Menschen getötet worden, fast hundert wurden verletzt.
Der ukrainische Staatsanwalt Ruslan Krawtschenko sagte, Ermittler prüften, ob „Umstände das Ausmaß der Tragödie verschlimmert haben könnten“. Seinen Angaben zufolge hatte der Verband mehr als 300 Menschen eingeladen, darunter Militärangehörige, Staatsvertreter und Geschäftsleute – und zwar ohne offizielle Genehmigung und mit nur einem kleinen Schutzraum. Zudem war die Veranstaltung in Onlinediensten beworben worden. Krawtschenko sagte, Ermittler „untersuchen, ob diese Handlungen es dem Feind ermöglicht haben könnten, einen gezielten Schlag vorzubereiten“.
