Die Börsen in Seoul und Tokio sind wegen starker Verluste bei Halbleiterwerten abgestürzt. Der südkoreanische Leitindex Kospi brach zeitweise um mehr als zehn Prozent ein, der Nikkei in Tokio verlor mehr als vier Prozent. Auslöser war ein Bericht über einen möglichen chinesischen Technologiesprung bei Maschinen für die Chipproduktion.
Doch auch in China brachen Aktien auf ein Wochentief ein und schlossen sich damit einem breiter angelegten Ausverkauf in ganz Asien an. Anleger zeigten sich offenbar auch angesichts hoher Ausgaben für KI-Infrastruktur skeptisch.
In Seoul wurde der Handel wegen der Kursverluste für 20 Minuten ausgesetzt. Die Aktien der südkoreanischen Speicherchip-Hersteller Samsung Electronics und SK hynix verloren rund 13 Prozent. Beide Unternehmen büßten fast die Hälfte ihres Börsenwerts ein. In Tokio fiel der Kurs des Speicherchip-Herstellers Kioxia um 18 Prozent. Die Aktien der Halbleiterzulieferer Advantest und Tokyo Electron gaben jeweils um etwa elf Prozent nach. Auch die Börse in Taiwan verlor mehr als vier Prozent, die Aktie des Chipriesen TSMC geriet ebenfalls unter Druck.
Das Technologieportal The Information hatte berichtet, das chinesische Unternehmen Shanghai Yuliangsheng habe
mit der Serienproduktion von Maschinen für die Immersionslithografie mit
tiefem Ultraviolettlicht (DUV) begonnen. Mit solchen Anlagen werden
feine Strukturen auf Siliziumscheiben übertragen, aus denen später
Computerchips entstehen.
Eine solche Produktion hätte große Auswirkungen auf die Konkurrenten Chinas in der Technologiebranche. Denn der Markt für leistungsfähige DUV-Maschinen
wird bislang von ASML beherrscht. Am Vortag hatte auch der niederländische Chipmaschinenhersteller an der Börse in Amsterdam mehr als acht Prozent eingebüßt. Eine erfolgreiche chinesische
Produktion könnte die Abhängigkeit des Landes von ausländischer Technik
verringern und den Wettbewerb mit Herstellern in Südkorea, Taiwan und
den USA verschärfen.
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