
Joe, der Taxifahrer, fährt nicht überallhin. Er kennt alle Straßen auswendig, alle Bars, alle dunklen Ecken. Gas geben soll er in der Nacht Richtung Amazonas. Er ist kein Pariser, vielmehr Münchner, ein zugereister dazu. Das Gespräch läuft, wie es immer läuft im Taxi, wenn es nett läuft.
Fußball, es gibt eigentlich nichts neben dem FC Bayern, Politik, die da oben machen eh, was sie wollen, Wetter, ist halt mal ein ordentlicher Sommer. Die Strecke von der Innenstadt zum Flughafen der bayerischen Metropole, wo man bekanntlich am Hauptbahnhof quasi direkt in den Flieger stoibert, kostet heuer die schlappe Summe von 100 Euro. Einfach, versteht sich.
„Der war nie kaputt“
Der Fahrer nimmt das mit einem Achselzucken, ist eben alles teuer geworden. Sein Auto, nur um mal ein Beispiel zu nehmen. Er fährt sein Leben lang Mercedes-Benz. Auf die letzte V-Klasse Diesel hat er in zehn Jahren 600.000 Kilometer draufgefahren, nur Verschleißteile ausgetauscht, „der war nie kaputt“. Für das neue Modell aber habe Mercedes 85.000 Euro haben wollen, und für jede Kleinigkeit noch was extra, zwei elektrische Schiebetüren etwa sind ihm besonders wichtig. Das sei ihm schlicht zu viel, sagt der Chauffeur, zudem höre er, die Qualität sei auch nicht mehr die, die sie mal war.
Wirklich beurteilen kann er das freilich nicht mehr, denn er fährt jetzt Hyundai Staria. Das ist eine Art koreanische Raumkapsel, mit Vollhybrid, „weil ein reines Elektroauto keine gute Idee ist im Taxi, falls man mal spontan nach Zürich gebucht wird, so eine Fahrt darf einem nicht entgehen, nur weil gerade der Akku leer ist“.
Für den Hyundai hat er 42.000 Euro netto gezahlt, der Durchschnittsverbrauch ist 6,9 Liter. Fünf, sechs Jahre will er den jetzt erst mal behalten. Ob er auch ein chinesisches Modell kaufen würde? Auf keinen Fall, „man ist ja auch ein bisschen Patriot“.
