Der mutmaßliche Schütze von Stade, dessen Tochter
gemeinsam mit der Mutter in der Einrichtung untergebracht war, soll in den
Monaten vor der Tat juristische Auseinandersetzungen unter anderem mit einer
Klinik gehabt haben. Das berichten Süddeutsche Zeitung (SZ), NDR und WDR. Der
Mann soll am Montag sechs Menschen getötet haben, darunter Mitarbeiter der
Einrichtung und des Jugendamtes Hannover.
SZ, NDR und WDR berichten, die Eltern hätten ihren etwa fünf
Wochen alten Säugling vor Wochen als Notfall in eine Klinik in Hannover gebracht, wo ein
Arzt den Verdacht eines Schütteltraumas und einer Hirnverletzung geäußert habe.
Die Staatsanwaltschaft Hannover bestätigte demnach, gegen beide Eltern wegen
des Verdachts auf Misshandlung von Schutzbefohlenen zu ermitteln. Auch der
Spiegel hatte zuvor bereits berichtet, dass der Vater das Kind einem Arzt
zufolge geschüttelt haben soll.
Die Eltern hätten dem Verdacht des Arztes widersprochen. Laut
SZ, NDR und WDR schalteten die Eltern die Polizei dann gegen die Klinik ein, um
eine Notoperation zu verhindern. Die Klinik wiederum habe Anzeige wegen
Bedrohung gegen den Vater erstattet.
Mutter und Kind lebten in der Einrichtung
Die Polizei hatte am Montag mitgeteilt, dass die Tat im
Kontext eines Sorgerechtsstreits stehe. Am Amtsgericht Neustadt am Rübenberge
soll es bereits zwei Entscheidungen in einem Sorgerechtsstreit gegeben haben.
Nach Informationen von NDR und WDR wurde das Kind vom Jugendamt aus der Familie genommen,
durfte unter Auflagen wieder zu seiner Mutter, nicht jedoch an den
Wohnort der Eltern in Hannover zurück. So kamen Mutter und Kind in die
Einrichtung in Stade.
Der 45-jährige Vater war Polizeiangaben zufolge am Montag zu einem Gesprächstermin mit Mitarbeitern in die Einrichtung gekommen. Er
soll dann sechs Menschen erschossen haben und anschließend geflohen sein, wurde aber kurze Zeit nach der Tat von Polizisten festgenommen.
Die Polizei in Stade richtete indes eine Mordkommission ein. Wegen des »Umfangs und der Komplexität des Tatgeschehens« sollten die Ermittlungen in Kürze von der neu gebildeten Einheit übernommen werden, teilten die Polizei in Lüneburg und die Staatsanwaltschaft Stade mit. Die Ermittlerinnen und Ermittler werten nach eigenen Angaben außerdem weiterhin Hinweise aus der Bevölkerung aus. Sie bitten immer noch um Fotos und Videos von Zeugen, die über ein Hinweisportal hochgeladen werden können.
