
Die jüdischen Gemeinden erhalten in Zukunft mehr Geld von der Hessischen Landesregierung. Die Mittel, die der Religionsgemeinschaft vom Bundesland über den sogenannten Staatsvertrag zur Verfügung gestellt werden, erhöhen sich von derzeit vier Millionen Euro bis zum Jahr 2031 schrittweise auf acht Millionen Euro.
Am Dienstag haben der Hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Daniel Neumann, der Vorsitzende des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden in Hessen, den Staatsvertrag um fünf Jahre verlängert. Da es noch weitere Förderungen der Gemeinden durch das Land gibt, steigt die Summe, die sie erhalten, im Jahr 2027 auf insgesamt 10,7 Millionen. Nach den Plänen der Landesregierung soll sie 2031 bei 11,4 Millionen Euro liegen.
Ministerpräsident Rhein nannte die Vertragsverlängerung ein „deutliches Zeichen, um jüdisches Leben in Hessen zu stärken und zu schützen“, die Initiative sei für die Landesregierung „mehr als nur ein Bekenntnis“. Neumann, der Vertreter der jüdischen Gemeinden, sprach von einem „starken Zeichen in herausfordernden Zeiten“.
Erneuert wurde außerdem der Vertrag über die Sicherheitsleistungen zwischen dem Land Hessen, dem Landesverband und der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt. In ihm ist festgelegt, mit welchen besonderen Sicherheitsmaßnahmen die Gemeinden in Hessen geschützt werden. Sicherheitspersonal wird darüber finanziert, aber auch der Betrieb einer Videoanlage, mit der seit Februar 2025 der Bereich rund um die Frankfurter Westendsynagoge überwacht wird, zählt dazu.
Laut dem hessischen Innenministerium ist die seit dem Hamas-Anschlag vom 7. Oktober 2023 ohnehin überdurchschnittlich hohe Zahl der Übergriffe auf Juden noch einmal gestiegen: 374 antisemitische Straftaten wurden 2025 gezählt – 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr.
