Als sie zehn Jahre alt war, fuhr sie mit einer Freundin und ihren Eltern im Sommer nach Dänemark. Das fühlte sich an wie der Familienurlaub, den sie nie gehabt hatte: Vater, Mutter und die Kinder. Ihre Eltern hatten sich getrennt, als Karina Fischer* acht Jahre alt war, seitdem fühlte sie sich oft einsam. Ihren Vater sah sie kaum, ihre Mutter teilte ihre Sorgen mit ihr, und als Kind wusste sie immer, wie knapp das Geld war. Fischer wünschte sich eine Familie, die sicher war und die zusammenhielt.
Im Herbst 2025 ist Karina Fischer 40 Jahre alt und plant mit ihrem Mann eine Familienreise: Vater, Mutter und ihre zwei Kinder. Fischer ist unglücklich, seit vier, fünf Jahren schon denkt sie über eine Trennung nach, sie und ihr Mann haben in den vorherigen Monaten darüber gesprochen. Doch als im Raum steht, dass er zu Hause bleiben könnte, bekommt sie Angst: Schaffe ich die Reise allein? Was denken die Kinder? Sie will nicht, dass sie traurig und enttäuscht sind.
