Bei den Salzburger Festspielen treten offen verfeindete Opern-Konzepte gegeneinander an. Das geht nicht ohne Verluste.
© Thomas Aurin/Salzburger Festspiele
Oper, das ist wenn Frauen in Abendkleidern und Männer in Fräcken an der nackten Rampe stehen, Blicke werfen, Hände recken, mal von rechts auftreten, mal von links, gern Arm in Arm – und es am Ende heftiges Gejohle und Getrampel für die Sänger gibt. Solche Opern, die kein Bühnenbild brauchen, keine Kostüme, weder Maske noch Lichtdesign, heißen »konzertant« (da sie wie Konzerte funktionieren). Beliebt sind sie insbesondere bei den Feinden der modernen Opernregie. Diese, sagen ebenjene Verächter, würde die alten Stoffe und Geschichten oft nur verballhornen. Aus einer irrwitzigen Selbstüberschätzung heraus, ja als Ausdruck gesellschaftlicher Dekadenz. Ohne Regie, hach, könne man sich wenigstens auf die Musik konzentrieren.
