
Marc Olsen
Was machen Fußballprofis nach ihrer Sportkarriere? Manche bleiben Profis – wenn auch in einer anderen Disziplin. Am besten in einer, die sich auch nach dem 40. Geburtstag noch erfolgreich betreiben lässt. Der Däne Marc Olsen, einst beim dänischen Traditionsklub Brøndby IF unter Vertrag, hat diesen Weg eingeschlagen. Heute ist er nicht nur Backgammon-Großmeister, sondern mit dem Internetportal „Backgammon Galaxy“ auch Backgammon-Unternehmer. Mit seinem Unternehmen tritt Olsen zudem als Sponsor der Backgammon-Weltmeisterschaft in Monte Carlo auf, die am Montag beginnt. Backgammon hat nicht den Nimbus des Schachs, ist aber auf andere Weise interessant. Durch das Würfeln kommt zur Strategie eine Zufallskomponente hinzu. Die Aufgabe lautet also: unter Unsicherheit entscheiden. So wie im richtigen Leben. Oder im Fußball.
Robert Habeck
Was machen Politiker, die abgewählt werden? Sie suchen sich einen schönen Platz in der Wirtschaft. Am besten einen, in den sie ihre Beziehungen einbringen können, der ihren Neigungen entspricht und vielleicht noch ordentlich etwas einbringt. Robert Habeck, grüner Ampel-Wirtschaftsminister und Ex-Vizekanzler, wird am Samstag Berater des dänischen Immobilieninvestors Urban Partners, sogar „Senior Advisor“. Vor allem werde er das Unternehmen in der Frage unterstützen, wie privates Kapital zur Transformation urbaner Räume und zur Schaffung von Wohnraum beitragen kann. Von Habecks Heizungsexpertise war in der Mitteilung nicht explizit die Rede.
Leticia Carvalho
Wofür ist die Internationale Meeresbodenbehörde zuständig? Die ISA (International Seabed Authority) beschäftigt sich vor allem damit, den Abbau mineralischer Rohstoffe auf dem Meeresboden in internationalen Gewässern zu regeln und die Meeresumwelt vor schädlichen Auswirkungen zu schützen. Hier prallen unterschiedliche Interessen aufeinander: Die einen wollen bald mit dem Tiefseebergbau beginnen, die anderen fordern ein Moratorium oder besonders strenge Regeln. Für Leticia Carvalho ist das eine komplexe Mission. Die Brasilianerin steht seit Anfang 2025 als Generalsekretärin an der Spitze der ISA, der 171 Staaten und die EU als Mitglieder angehören. Bis Ende Juli findet die 31. Sitzung der Organisation im jamaikanischen Kingston statt. Noch gibt es keinen „Mining Code“ – aber die Verhandlungen dürften weitergehen.
Raúl Castro
Mit Mitte 90 noch die graue Eminenz in Kuba? Ja, Raúl Castro, der jüngere Bruder des 2016 verstorbenen Fidel Castro, feierte im Juni seinen 95. Geburtstag. Zwei Jahrzehnte sind es her, dass er an die Spitze Kubas rückte: Am 31. Juli 2006 übertrug ihm Fidel Castro wegen einer schweren Erkrankung vorläufig die Amtsgeschäfte. 2008 wählte das Parlament Raúl Castro zum Präsidenten des Staatsrats und des Ministerrats, er trat damit offiziell die Nachfolge seines Bruders an. Gut ein Jahrzehnt blieb er an der Spitze. Heute steckt die Insel in einer schweren Versorgungskrise. Was unter den Castros lange unmöglich schien, wird nun Realität: Reformen, die mehr marktwirtschaftliche Initiativen zulassen.
Gordie Howe
Kann eine verbindende Brücke auch Symbol einer Trennung und Entfremdung sein? Ja, wenn Donald Trump seine Finger im Spiel hat. Die Gordie Howe International Bridge verbindet Kanada und die Vereinigten Staaten, sie entlastet die alte Ambassador Bridge zwischen Detroit in Michigan und Windsor in Ontario. Am Montag wird der neue Übergang mit sechs Fahrspuren über den Detroit River dem Verkehr übergeben. Kanada finanziert nach eigenen Angaben die Baukosten, die dann mit den Mautgebühren refinanziert werden sollen. Trump hatte gefordert, die milliardenteure Schrägseilbrücke müsse mindestens zur Hälfte den USA gehören, und mit einer Blockade der Eröffnung gedroht. Zwischenzeitlich gab es eine Einigung über die Mauteinnahmen. Und auch der Name bleibt – obwohl der legendäre Eishockeyspieler Gordie Howe ein Kanadier war.
