Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) wirbt für die Einführung einer Widerspruchsregelung bei der Organspende. Er sei für eine solche Regelung und werde im Bundestag entsprechend abstimmen, sagte Frei den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Er sei zuversichtlich, dass es dieses Mal eine Mehrheit für die Regelung geben werde.
Es sei zumutbar, dass sich jeder Mensch einmal im Leben damit auseinandersetze, ob er Organspender sein wolle oder nicht. »Ich habe selbst einen Organspendeausweis, auch wenn ich mich früher lange Zeit nicht mit dem Thema beschäftigt habe«, sagte Frei.
Der Bundestag hatte Ende Juni erneut darüber beraten, ob künftig auch Menschen als Organspender infrage kommen sollen, die zu Lebzeiten nicht widersprochen haben. 2020 hatte das Parlament die Einführung der Widerspruchsregelung abgelehnt. Daher gilt weiterhin die Zustimmungsregelung: Organe dürfen nach dem Tod nur entnommen werden, wenn der Verstorbene oder seine Angehörigen zugestimmt haben.
Tausende Menschen warten auf Spenderorgan
Rund 8.000 Menschen warteten in Deutschland zuletzt auf ein Spenderorgan. Im vergangenen Jahr wurden etwa 3.000 Organe gespendet. Umfragen zufolge war die Bereitschaft zur Organspende hoch, deutlich weniger Menschen hatten ihre Entscheidung allerdings in einem Organspendeausweis oder der entsprechenden Onlinedatenbank hinterlegt.
Die Zahl der Wartenden und der Spendenden lassen sich allerdings nicht unmittelbar miteinander verrechnen: Die Anzahl der Spender wird pro Jahr angegeben, die Anzahl von Wartenden bezieht sich auf einen bestimmten Zeitpunkt.
