Die Theorie besagt, dass der Markt Angebot und Nachfrage zusammenbringt. In der Praxis passiert allerdings Folgendes: In deutschen Großstädten fehlen ohne Ende bezahlbare, eher kleine Wohnungen. Gebaut werden jedoch vor allem große Wohnungen auf dem Land. Was ist da los?
Die gute Nachricht: Es gibt eine Erklärung für dieses seltsame Phänomen, und die hat mit einem Marktversagen nichts zu tun. Die Schlechte: Das Problem der urbanen Wohnungsnot ist womöglich noch etwas größer als gedacht.
Eine aktuelle Analyse von JLL, einem der weltweit größten Beratungs- und Investmentunternehmen der Immobilienbranche, hat erstaunliches ergeben. Demnach werden in den acht größten deutschen Städten je 10.000 vorhandener Wohnungen pro Jahr 42 neue Wohnungen fertiggestellt, während 62 gebraucht würden. Auf dem Land entstehen 41 Wohnungen, wobei der tatsächliche Bedarf mit 23 deutlich darunter liege. »Es wird oft am falschen Ort gebaut«, so das Fazit von JLL-Marktforscher Sören Gröbel.
