Israel hat in der Nacht auf Freitag erneut Ziele im Libanon attackiert. Die israelische Armee teilte mit, man habe damit auf Verstöße gegen die Waffenruhe durch die Hisbollah reagiert. Man habe mehr als 80 Ziele attackiert, darunter zwei Kommandozentren der Hisbollah. »Dutzende Hisbollah-Terroristen« seien getötet worden.
Zuvor hatte die israelische Armee gemeldet, dass vier eigene Soldaten bei Hisbollah-Angriffen im Süden des Libanon getötet worden seien. Die mit dem Iran verbündete Miliz hatte mitgeteilt, israelische
Streitkräfte in der Nähe der Ali-Taher-Hügel nahe der Stadt Nabatijeh
mit »Raketen und Mörsergranaten« beschossen zu haben.
Rechtsextremer Minister spricht Drohungen aus
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, dass die Hisbollah für die Angriffe »einen sehr hohen Preis« bezahlen werde. Um die Orte im Norden Israels zu schützen, werde Israels Armee »so lange wie nötig in der Sicherheitszone im Süden des Libanon bleiben«. Der rechtsextreme Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir schrieb auf X, »der gesamte Libanon« solle »brennen«. Für jede Träne einer israelischen Mutter »sollen tausend libanesische Mütter weinen«. Der ebenfalls rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich schrieb auf X: »Zeit, mit Feuer zu sprechen. Die Pforten der Hölle zu öffnen.«
Die von den USA und dem Iran unterzeichnete Rahmenvereinbarung fordert ein Ende des Krieges auch im Libanon. Israel und die Hisbollah sind allerdings keine Vertragsparteien. Der Iran
besteht darauf, dass sich Israel aus dem Südlibanon zurückziehen muss,
den es seit März in weiten Teilen besetzt hält, doch das Rahmenabkommen
verlangt dies nicht ausdrücklich und bekräftigt lediglich die
Verpflichtung zur Gewährleistung der »territorialen Integrität« des Libanon.
Verschiebung der USA-Iran-Gespräche laut Berichten wegen Lage im Libanon
US-Vizepräsident JD Vance hatte am Donnerstag gesagt, dass Israel zwar das Recht auf Selbstverteidigung habe, den Friedensprozess aber respektieren müsse. Militärische Gewalt und Bomben seien keine dauerhafte Lösung für Israels strategische Herausforderungen.
Eigentlich für Freitag geplante Gespräche zur Ausgestaltung des Rahmenabkommens in der Schweiz wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Laut einem Bericht des Nachrichtenportals Axios sagte ein
hochrangiger US-Beamter, einer der Gründe für die Verschiebung der Reise
der iranischen Delegation sei möglicherweise die Lage im Libanon.
Das libanesische Nachrichtenportal Al Mayadeen, das der Hisbollah
nahesteht, berichtete unter Berufung auf nicht näher genannte iranische
Regierungsquellen, Iran werde an den Gesprächen wegen der israelischen
Luftschläge im Libanon zunächst nicht teilnehmen.
Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot ermahnte Israel zur Einhaltung des Waffenstillstands. Das Abkommen zwischen Iran und USA sehe die Einstellung der Kampfhandlungen vor. »Die
israelische Regierung muss es respektieren, und die USA müssen
ihrerseits Druck auf die israelische Regierung ausüben, damit dies
geschieht«, sagte Barrot dem Sender FranceInfo.
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