
Der mutmaßliche Amoktäter, der im Verdacht steht, an einem Gymnasium in Oberbayern zwei 13 Jahre alte Mädchen schwer verletzt zu haben, sitzt in Untersuchungshaft. Das teilte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt mit, der am Abend das Welfen-Gymnasium, das in seinem Wahlkreis liegt, besucht hatte. „Die Ermittlungen laufen, der Täter ist in Untersuchungshaft, die entsprechenden Verfahren finden statt“, sagte der CSU-Politiker. „Wir gehen weiter davon aus, dass es sich um eine psychische Ausnahmesituation gehandelt hat.“
Der 16 Jahre alte Tatverdächtige mit kroatischer Staatsangehörigkeit ist ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums. Er war in der Vergangenheit in psychiatrischer Behandlung.
Die beiden Mädchen, die auf dem Schulgelände in Schongau schwer verletzt wurden, waren schon am Mittwochnachmittag außer Lebensgefahr. Laut Dobrindt waren sie zufällige Opfer, „die in dem Moment in seine Schreckensbahn gekommen sind“.
Was ist das Motiv? Woher hatte der Täter die Waffen?
Am Donnerstag öffnete die Schule wieder. Zur Tagesordnung übergehen wolle man aber nicht, sagte ein Sprecher des zuständigen Landratsamtes. Kriseninterventionsteams sollen für Gespräche vor Ort sein und den Schülern und Lehrern helfen, um das zu verarbeiten, was am Mittwoch an ihrer Schule geschehen ist. „Die Bilder dieses Tages werden uns noch lange begleiten“, schrieb der Erste Bürgermeister, Thomas Schleich, auf Instagram: „Ein Tag, der uns alle verändert hat“.
Die Erlebnisse am Welfen-Gymnasium seien „das, wovor wir uns alle immer am meisten gefürchtet haben“, schrieb Schleich weiter, dankte den Einsatzkräften und versprach Schülern, Eltern und Lehrern: „Wir lassen Euch jetzt nicht allein.“
Einige der Schüler hatten hautnah erlebt, wie ein ehemaliger Mitschüler das Schulgelände betrat, laut Polizei einen Schuss aus einer Pistole abgab und dann, als die Waffe versagte, mit einem Messer auf die Mädchen losging. Die Schülerinnen wurden dabei so schwer verletzt, dass eine von ihnen mit einem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen werden musste.
Wie der Täter an die Schusswaffe kam und was ihn zu der Tat bewegt haben könnte, sind Fragen, die noch zu klären sind.
