Der nach dem tödlichen Attentat auf den rechten US-amerikanischen Aktivisten Charlie Kirk angeklagte Tatverdächtige Tyler Robinson hat laut Aussagen seines Mitbewohners am Tag nach der Tat Reue gezeigt. Das sagte Robinsons Mitbewohner in einer Videoaufnahme aus, die vor Gericht in Provo im US-Bundesstaat Utah gezeigt wurde.
Robinson muss sich derzeit in einer Vorverhandlung verantworten, in der die Beweislage geprüft wird. Ziel ist es festzustellen, ob hinreichender Verdacht für die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen den Angeklagten besteht. Robinson ist unter anderem wegen Mordes angeklagt. Im Falle einer Verurteilung droht ihm die Todesstrafe.
Der 23-Jährige wurde eineinhalb Tage nach dem Angriff auf Kirk festgenommen. Angehörige hatten ihn bei den Behörden gemeldet. Den Verdächtigen belasten zusätzlich DNA‑Spuren an der mutmaßlichen Tatwaffe und Bildmaterial von Überwachungskameras.
Der Mitbewohner sagte nun aus, er habe Robinson am 11. September 2025 im gemeinsamen Zuhause angetroffen. Robinson sei in der Wohnung »viel herumgelaufen«. Er begann laut Gerichtsaussage des Mitbewohners zu weinen, »und er sagte, er wünschte, er hätte es nicht getan«. Dann sei er weiter herumgelaufen und »hat einfach Sachen gemacht – ich glaube, um sich abzulenken«. Im Detail habe der Tatverdächtige nicht über die Tat gesprochen. Er habe allerdings bestätigt, dass seine Aussagen vom Vorabend wahr seien. Am Vorabend hatten Robinson und sein Mitbewohner sich in Textnachrichten über die Tat ausgetauscht.
Laut Mitbewohner hatte Robinson Kirks »Hass« satt
In der Anhörung wurden auch jene Chatnachrichten gezeigt, die Robinson und sein Mitbewohner nach der Tat ausgetauscht hatten. In einer Nachricht fragte der Mitbewohner, wie vor Gericht verlesen wurde, warum Robinson »es getan« habe. Dieser antwortete: »Ich hatte genug von seinem Hass. Manchen Hass kann man nicht wegverhandeln.«
Charlie Kirk war am 10. September 2025 bei einer Veranstaltung an einer Universität im US-Bundesstaat Utah angeschossen worden und starb an den Folgen. Kirk war Gründer der rechtspopulistischen Studierendenorganisation Turning Point USA und spielte eine zentrale Rolle bei der Mobilisierung junger Wähler bei der Präsidentschaftswahl 2024. Kritiker warfen ihm rassistische, homophobe, transfeindliche und sexistische Ansichten vor. Kirk unterstützte US-Präsident Donald Trump in dessen Wahlkampf und war ein einflussreicher Vertreter von dessen Bewegung Make America Great Again (Maga).
