
Sportdirektor Christoph Freund von Bayern München hat eine baldige Einigung mit Kapitän Manuel Neuer über eine weitere Saison beim deutschen Fußball-Rekordmeister angedeutet. „Es ist heute der 1. Mai, die Saison ist nicht mehr endlos lange und darum gibt es Gespräche. Es sind gute Gespräche, aber noch gibt es nichts Weiteres zu verkünden“, sagte Freund am Freitag.
Es sei „nicht der Fall“, dass „schon alles durch und alles unterschrieben ist“, ergänzte der Österreicher. Der FC Bayern aber rede mit Neuer und dessen Berater Thomas Kroth, der Donnerstag am Vereinsgelände gesichtet worden war. „Wir sind schon öfter zusammen gesessen. Es wird sich nicht mehr endlos ziehen.“
„Das ist für uns als Klub eine super Situation“
Der 40 Jahre alte Neuer soll bei den Bayern in der kommenden Saison eine Mentor-Rolle für seinen designierten Erben Jonas Urbig übernehmen und ihm wie abermals an diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) gegen den 1. FC Heidenheim noch mehr Spiele überlassen. „Das ist für uns als Klub eine super Situation“, sagte Freund.
„Manu ist jetzt im fortgeschrittenen Alter und gibt seine Erfahrungen weiter, ist selber noch in einer super Verfassung, macht richtig gute Spiele – und Jonas profitiert extrem davon, hat sehr, sehr gut performt“, meinte der Sportdirektor. Der Rekordmeister sei sich bewusst, dass es „nicht so einfach ist“, nach der Ära Neuer „diesen Übergang zu schaffen, das ist eine Herausforderung“. Dass Neuer dabei helfen könne, sei jedoch „etwas Besonderes“.
Neuer hatte vor wenigen Tagen nach dem Pokalhalbfinale in Leverkusen (2:0) erstmals selbst eine Tendenz in Richtung Fortsetzung seiner Karriere in München erkennen lassen. „Ich werde jetzt noch nichts verkünden. Aber im Moment sieht es gut aus“, sagte er.
Er fühle sich nach wie vor sehr wohl beim FC Bayern, begründete Neuer seine Aussage. „Es sind nicht nur die Spieler auf dem Platz, es ist der gesamte Kader und Verein. Man merkt, dass etwas entstanden ist. Es ist die zweite Saison unter Vincent Kompany. Wir profitieren alle voneinander. Im Moment macht es sehr viel Spaß.“
Kompany will derweil inmitten der Halbfinal-Kracher in der Champions League gegen Paris die Spannung auch in der Bundesliga hoch halten. „Wir möchten niemandem etwas schenken“, sagte der 40-Jährige vor dem Heimspiel gegen Heidenheim. Die Mannschaft habe in der vergangenen Woche beim wilden 4:3 in Mainz, so Kompany, „gezeigt, dass wir bereit sind zu kämpfen und uns weh zu tun.“
Nur vier Tage nach der Partie gegen den Tabellenletzten empfangen die Münchner nach dem 4:5-Spektakel am vergangenen Dienstag PSG zum Rückspiel in der eigenen Arena. Es sei definitiv „nicht einfach“ inmitten der Vorfreude auf diese Partie alle zu überzeugen, „dass wir erstmal dieses Heidenheim-Spiel zu hundert Prozent spielen müssen“, sagte Kompany, der dem Schlusslicht viel Respekt zollte.
Es sei aktuell wieder „Frank-Schmidt-Time“, sagte der Belgier in Anlehnung an den FCH-Trainer, dessen Mannschaft zwei der letzten drei Spiele gewonnen und damit noch immer leise Hoffnungen auf den Klassenverbleib hat. Es sei „unglaublich, dass man zwei Jahre in dieser Abstiegszone steht und sich dann am Ende einer Saison immer wieder zurückkämpft in einen Kampf, der eigentlich schon lange verloren war“, staunte Kompany.
Personell dürfte der Bayern-Coach dennoch einiges verändern und kräftig rotieren. Tom Bischof soll nach seinem Muskelfaserriss wieder eine Option sein, Lennart Karl „eher nicht“. Beim 18-Jährigen müsse man noch „vorsichtig“ sein, meinte Kompany, „aber es gibt noch eine Möglichkeit in Richtung Paris“.
