
Unbekannte Täter haben aus einem ehemaligen Schwimmbad in Pforzheim stillgelegte Kabel aus den Decken entfernt, aufgeschnitten und das Kupfer darin gestohlen, teilte das dortige Polizeipräsidium jüngst mit.
Die Anekdote zeigt, wie begehrt das rote Metall ist. Seriöser ist die Nachfrage an der Kupferpreisentwicklung abzulesen: Der Preis für Kupfer ist den sechsten Handelstag nacheinander gestiegen und nähert sich einem Rekordhoch. Sinkende Lagerbestände und Käufe vor dem Mondfest in China signalisierten eine zunehmende Verknappung des Angebots am chinesischen Kassamarkt, teilte die Börse Shanghai Metals Market (SMM) mit. Das Metall steuert auf die längste Gewinnserie seit vier Monaten zu.
Zwar sei importiertes Kupfer in China eingetroffen, doch ein großer Teil davon sei direkt an Verarbeiter geliefert und nicht in Lagerhäuser eingelagert worden, so die SMM. Dadurch bleibe das Angebot am Kassamarkt knapp. Am Kassamarkt, auch Spotmarkt genannt, wird Kupfer zum aktuellen Preis gekauft und zeitnah geliefert. Am Terminmarkt wird Kupfer heute zu einem Preis für eine Lieferung zu einem späteren Zeitpunkt gehandelt, zum Beispiel über Futures an der London Metal Exchange (LME).
An der LME ist der Kupferpreis um fast zwei Prozent auf rund 14.790 Dollar gestiegen. Dort werden standardisierte Terminkontrakte gehandelt mit einer Lieferung in drei Monaten. Ein LME-Kontrakt umfasst 25 Tonnen.
Der Kupfermarkt ist regional gespalten. Kupfer ist demnach nicht global knapp. In den Vereinigten Staaten reichten die Vorräte für rund 160 Verbrauchstage, außerhalb der USA nur für 15,7 Tage, schreiben die Analysten von Bloomberg Intelligence. Händler hätten möglicherweise Kupfer in die USA gebracht, um den dort erwarteten Zöllen zuvorzukommen, die Präsident Donald Trump erheben will. Fallen die Zölle aus, könnte dieses Metall wieder auf den Weltmarkt gelangen, heißt es von J.P. Morgan.
In China sei die Nachfrage zweigeteilt: Die Immobilienbranche schwächele drastisch. Im August seien die Baubeginne um 30 Prozent zum Vorjahr zurückgegangen. Gleichzeitig sei die Produktion von Elektrofahrzeugen um 22 Prozent gestiegen. Rein batteriebetriebene Autos benötigen rund 83 Kilogramm Kupfer. Das ist ungefähr viermal so viel wie ein Verbrennerauto. Das geht aus dem World Copper Factbook 2025 der International Copper Study Group (ICSG) hervor.
Weil das Metall in so vielen Produkten des alltäglichen Lebens vorkommt, wird die Kupferpreisentwicklung gerne als Indiz für die Lage der Weltwirtschaft genutzt. Es wird nicht nur für Elektroautos gebraucht, sondern steckt auch in Stromkabeln, Handys oder Heizungen. Daher dient die Kupfernachfrage oft als direktes Abbild für das Pulsieren oder das Stocken der Wirtschaft.
Der Preis für das gefragte Metall, das die großen Konzerne der Künstlichen Intelligenz (KI) auch für den Ausbau ihrer Rechenzentren benötigen, steigt schon länger an. Die Analysten von J.P. Morgan wollen daher zunächst eine Korrektur abwarten, bevor sie wieder in Kupferaktien investieren.
So können Privatanleger über ETC und ETF am Kupfermarkt agieren
Privatanleger können über ETC, also börsengehandelte Rohstoffe, in den Kupferpreis investieren. Es gibt aber auch börsengehandelte Fonds (ETF), die in mehrere Betreiber von Kupferminen investieren. Der Vorteil: Selbst wenn der Kupferpreis sich nicht verändert oder gar fällt, verdienen Minenbetreiber weiter.
Es gibt beispielsweise den Global X Copper Miners ETF. Das ist ein passiver ETF, der den Solactive Global Copper Miners Total Return Index nachbildet und eine jährliche Gebühr von 0,55 Prozent verlangt. Größter Wert darin ist Hubday Minerals, ein kanadisches Bergbauunternehmen, das sich auf die Exploration und den Abbau von Basismetallen, vor allem Kupfer und Zink konzentriert. Der iShares Copper Miners ETF bildet zu den gleichen Kosten den Stoxx Global Copper Miners Index nach. Größter Wert darin ist Freeport-McMoRan, ein amerikanischer Bergbaukonzern und global einer der wichtigsten Kupferproduzenten.
