Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russlands Staatschef Wladimir Putin trotz erheblicher Verluste weitere Eroberungsabsichten in der Ukraine vorgeworfen. Russland habe seit Jahresbeginn nur 1.000 Quadratkilometer ukrainischen Gebiets erobert, dabei seien fast 250.000 Soldaten getötet oder verwundet worden, sagte Selenskyj in der UN-Generaldebatte. »21 Länder in der Welt haben eine kleinere Bevölkerung«, sagte Selenskyj. »Das ist Wahnsinn.«
»Ich kenne niemanden, der diesen Krieg offen befürwortet, außer einem Mann«, sagte Selenskyj weiter. »Russland ist ein Land, das bereits 17 Millionen Quadratkilometer eigenen Gebiets hat.« Dennoch würde Putin den Tod hunderttausender Menschen in Kauf nehmen, um den Osten der Ukraine zu erobern, worin er seit fast fünf Jahren scheitere. Zugleich glaube er, dass Putin weitere ukrainische Städte erobern wolle, auch über die Kampfgebiete im Osten der Ukraine hinaus. »Glaubt noch jemand, dass er vernünftig und moderat ist?«, fragte Selenskyj.
Der ukrainische Präsident warnte zudem vor der zunehmenden Beteiligung Nordkoreas an dem Krieg gegen sein Land. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un würde seine Soldaten »wie eine Währung« einsetzen. »Wollen wir wirklich so einer Macht mehr Zeit geben, zu lernen, wie man Krieg führt?«
Auch in Europa würden immer mehr Länder von dem Krieg betroffen sein, sagte Selenskyj. »Russland hat Ansprüche gegenüber unserem Nachbarland Moldau. Es bedroht permanent Polen und die baltischen Staaten. Russland zeigt keinen Respekt für die Staatlichkeit der Länder im Südkaukasus und Zentralasien.«
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