
Bogotá begründet seine Entscheidung mit dem Verweis auf mutmaßliche Verbindungen Teherans zu internationalen Terrorgruppen und zu sogenannten „narco-terroristischen“ Organisationen in Kolumbien. Außerdem nannte das Außenministerium Menschenrechtsverletzungen in Iran, Angriffe auf Staaten in der Golfregion, die Behinderung der Schifffahrt in der Straße von Hormus sowie die Auseinandersetzungen um das iranische Atomprogramm. Diese Entwicklungen hätten das Vertrauen in die iranische Regierung zerstört.
„Keine Beziehungen zu Tyranneien“
Gleichzeitig erklärte Kolumbien die iranische Revolutionsgarde zur Terrororganisation. Bogotá bezeichnete die militärische Eliteeinheit als Gefahr für die internationale Sicherheit und kündigte schärfere Kontrollen an, um Personen an der Einreise nach Kolumbien zu hindern, die in Verbindung mit der Revolutionsgarde stehen.
Die Entscheidungen sind Teil einer raschen Neuausrichtung der kolumbianischen Außenpolitik unter De la Espriella. Sein linksgerichteter Vorgänger Gustavo Petro hatte sich insbesondere wegen des Gazakriegs gegen Israel gestellt und 2024 die diplomatischen Beziehungen zu dem Land abgebrochen. Unter Petro hatte Kolumbien zudem vor dem Internationalen Gerichtshof das von Südafrika angestrengte Verfahren gegen Israel wegen des Vorwurfs des Völkermords im Gazastreifen unterstützt.
De la Espriella hatte sich bereits im Wahlkampf demonstrativ an die Seite des US-Präsidenten Donald Trumps und Israels gestellt und angekündigt, die Beziehungen zu den autoritär regierten Staaten Kuba und Nicaragua abzubrechen. „In meiner Regierung wird es keinerlei Beziehungen zu Tyranneien geben“, erklärte er damals. Bereits im August fror Bogotá die Beziehungen zur von der Polisario ausgerufenen Demokratischen Arabischen Republik Sahara ein und erkannte die marokkanische Souveränität über die Westsahara an.
Der Bruch mit Iran fügt sich in diese Linie ein. Er entspricht De la Espriellas politischen Überzeugungen, bringt Kolumbien zugleich aber auch näher an Washington. Das zahlt sich für seine Regierung bereits aus. Die Vereinigten Staaten haben die Sicherheitszusammenarbeit mit Bogotá wieder deutlich verstärkt. Dazu gehören ein engerer Austausch von Geheimdienstinformationen sowie Unterstützung bei Ausrüstung und Überwachungstechnik. Die beiden Regierungen haben zudem gemeinsame militärische Operationen gegen bewaffnete Gruppen in Kolumbien angekündigt.
