Was haben Ventilatoren, Klimaanlagen und Luftkühler gemeinsam? Sie sollen dafür sorgen, dass man es bei hohen Außentemperaturen in Innenräumen einigermaßen aushalten kann. Und diese Geräte sind meist ausverkauft, sobald es richtig heiß wird. Was sie alle unterscheidet, ist nicht nur ihr Preis, sondern auch die Technik, die sie zur Kühlung verwenden, und es sind auch die naturwissenschaftlichen Grundlagen, die diesen Techniken zugrunde liegen.

Ventilatoren nutzen eine Eigenschaft, die schon den alten Ägyptern bekannt war: Wenn ein Luftzug über unsere Haut streicht, wird sie kühler. Das liegt daran, dass Flüssigkeiten beim Verdunsten Energie abgeben. Feuchte Oberflächen – sei es unsere Haut, wenn wir schwitzen, sei es ein feuchtes Tuch – kühlen sich ab. Wird nun ständig der Schweiß von der Hautoberfläche weggeweht, stellt sich ein Kühleffekt ein, und wir glauben, dass es kühler ist. Dabei hat der Raum, in dem wir uns aufhalten, die gleiche Temperatur.
Es wird feucht und stickig
Das Phänomen der Verdunstungskühlung haben die Menschen im Altertum nicht nur dazu genutzt, ihren Herrschern mit großen Blättern Luft zuzufächeln, damit die es schön kühl haben. Sondern auch, um Lebensmittel und Flüssigkeiten in Tongefäßen zu kühlen. Durch die porösen Wände des Tons können kleinste Flüssigkeitsmengen nach außen dringen, diese verdunsten bei hohen Außentemperaturen, der kühlende Effekt stellt sich ein. Unsere heutigen Ventilatoren sorgen mit ihren Rotorblättern bei diesem Verfahren einfach nur für mehr Schwung und Gleichmäßigkeit beim Luftstrom.
Es gibt auch Geräte, die diesen Effekt an heißen Sommertagen nutzen. Sie heißen Aircooler oder Luftkühler, und sie kühlen keine Krüge und keine Kleidung, sondern sie geben die Verdunstungskälte an die Raumluft ab. Leider zusammen mit der Feuchtigkeit, die für diese Art der Kühlung nötig ist. Das ist ein Nachteil bei dieser Technik: Es wird leicht feucht und stickig in Räumen, die auf diese Weise gekühlt werden.
Wohin mit der Hitze?
Aber auch Klimaanlagen haben ihre Nachteile, und der größte ist nicht einmal ihr Preis, sondern eine naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeit: Energie kann nicht einfach verschwinden. Man kann also nicht einfach etwas abkühlen, ohne dass etwas anderes sich dadurch erwärmt. Mit einem Trick lässt sich dennoch ein Kühleffekt verwirklichen, denn sonst gäbe es freilich keine Kühlschränke. Wer seine Hand an die Rückseite eines Kühlschranks legt, merkt, dass es dort richtig warm ist, während es im Inneren kalt ist. Der Grund: Eine spezielle Flüssigkeit strömt in dünnen Röhren in den Wänden des Kühlschranks. Sie nimmt Wärme auf und verdampft. Sie wird gasförmig. Ein Motor drückt dieses Gas in die Röhren und Lamellen hinter dem Kühlschrank, wo es die aufgenommene Wärme abgibt und wieder flüssig wird. Die Flüssigkeit wird in die Innenwand zurückgepumpt.
Klimaanlagen arbeiten ganz ähnlich. Auch sie müssen irgendwohin mit der Wärme, die sie aus Räumen ziehen. Sie geben sie nach außen ab. Die größeren Anlagen haben einen fest an der Außenwand eines Gebäudes montierten Ventilator, der die Wärme von dem Gerät wegbläst. Kleinere Apparate verfügen über einen dicken Schlauch, den man tunlichst aus dem Fenster hängen sollte, denn auch aus ihm kommt sehr warme Luft. Unschön ist dabei nicht nur, dass Klimaanlagen durchaus dazu beitragen, dass es draußen noch heißer wird. Wer das Fenster kippt, um durch die Öffnung einen Schlauch nach draußen zu hängen, kann auch schwer verhindern, dass heiße Luft wieder nach innen strömt.
