Ein GPS-Tracker im Schulranzen, per App immer wissen, wo der Teenager sich nächtens rumtreibt: Es gibt Eltern ein Gefühl von Sicherheit. Doch das ist trügerisch, erklärt der Entwicklungspsychologe Moritz Daum in dieser Folge unserer Serie »Familienrat«.
DIE ZEIT: Ist es eine gute Idee, sein Kind zu tracken?
Moritz Daum: Jedes Kind hat ein Recht auf Privatsphäre, das ist auch in der UN-Kinderrechtskonvention so angelegt. Gleichzeitig haben Eltern eine Aufsichts- und Fürsorgepflicht. Das sind die beiden Kräfte, die Eltern in unterschiedliche Richtungen ziehen. Deshalb gibt es keine einfache Antwort auf die Frage. Entscheidend ist weniger das Ob als das Wie: Sicherheit entsteht am Ende nicht durch Kontrolle, sondern durch eine Beziehung, in der ein Kind von sich aus erzählt.
