Im Streit um die Anbringung des Namens von US-Präsident Donald Trump an der Fassade der berühmten Kulturinstitution Kennedy
Center hat die Regierung vor dem Abriss des Gebäudes gedroht. Falls die Umbaupläne vor Gericht keinen Bestand haben sollten, werde das Gebäude in der Hauptstadt Washington »weiter verfallen und sich in eine unsichere, heruntergekommene Struktur verwandeln, die abgerissen« werden müsse, schrieb der Anwalt des US-Justizministeriums, Brantley Mayers, in einer Eingabe.
Das Gelände könnte demnach dann für eine Art Freiluft-Amphitheater mit Blick auf den Potomac-Fluss genutzt werden. Das werde zwar dem ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy nicht gerecht, zu dessen Ehren das Kulturzentrum 1971 eröffnet wurde. Allerdings sei das Amphitheater günstiger zu bauen und zu unterhalten als das jetzige Gebäude, hieß es in dem Dokument.
Trump warf früherer Einrichtungsleitung »woke« Haltung vor
Die Abrissandrohung ist die jüngste Eskalation im Streit um das Kulturzentrum. Trump hatte der renommierten Einrichtung eine links-»woke« Haltung vorgeworfen und sich selbst an die Spitze eines Verwaltungsrats mit handverlesenen Mitgliedern gesetzt. Zudem ließ der US-Präsident seinen Namen vor dem Kennedys an der Fassade des Zentrums anbringen. Das führte zu einem langwierigen Rechtsstreit und einem Einbruch der Besucherzahlen.
Ein Bundesgericht entschied im Mai, dass Trumps Name von der Fassade entfernt werden müsse. Im Juni wurde der Schriftzug abmontiert. Kürzlich fasste der Verwaltungsrat jedoch laut Mediengerichten einen Beschluss für eine Inschrift, die nicht im Rahmen einer offiziellen Umbenennung des Gebäudes, sondern als Zusatzhinweis angebracht werden soll: »Restauriert und renoviert von Präsident Donald J. Trump«. Für Donnerstag ist eine Gerichtsanhörung zu Trumps Plänen angesetzt, das Kennedy Center für das Publikum zu schließen und umzubauen. Ursprünglich sollte die Einrichtung bereits Anfang Juli schließen.
