Wegen Geldwäschevorwürfen muss die einstige Vizechefin des ukrainischen Präsidentenbüros, Iryna Mudra, für 60 Tage in Untersuchungshaft. Dies ordnete der Oberste Antikorruptionsgerichtshof an. Videos zeigten, wie Mudra in Handschellen aus dem Gerichtssaal geführt wurde. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde für eine vorläufige Freilassung eine Kaution von umgerechnet rund 390.000 Euro festgelegt. Ursprünglich hatten die Ermittler nach Medienberichten eine Sicherheitsleistung in Höhe von umgerechnet 2,9 Millionen Euro gefordert.
Die Verdächtige sagte übereinstimmenden Medienberichten zufolge, dass sie nicht über diese Summe verfüge. »Ich wende mich an Bekannte, Freunde und versuche die Mittel aufzutreiben«, zitierte das Internetportal Ukrajinska Prawda die Frau. Im Falle einer Kautionszahlung dürfe Mudra Kyjiw und das Umland nicht verlassen, müsse zu den Gerichtsterminen erscheinen und dürfe nicht mit Zeugen oder Geschädigten sprechen, hieß es.
Auch Vorwürfe gegen Ex-Parlamentsabgeordneten
Am Mittwoch vergangener Woche waren die Vorwürfe gegen Mudra und einen Ex-Parlamentsabgeordneten bekanntgeworden. Präsident Wolodymyr Selenskyj entließ die Vizechefin seines Büros umgehend.
In einem Video auf YouTube hatten die Antikorruptionsbehörden verkündet, dass sie eine Gruppe aufgedeckt
hätten, die 150 Millionen Hrywnja (umgerechnet etwa 2,9 Millionen Euro)
gewaschen haben sollen. Beteiligt seien neben einer bisherigen stellvertretenden Leiterin
des Präsidentenbüros ein ehemaliger Abgeordneter sowie Führungskräfte
einer Bank im Staatsbesitz und weitere. Mit dem Geld sei die Kaution für einen Verdächtigen in einem früheren Korruptionsfall im Energiesektor bezahlt worden.
Die Ukraine wird in ihrem Abwehrkampf gegen die
russische Invasion seit 2022 mit Milliardensummen aus dem Westen
unterstützt. Regelmäßig gibt es neue Vorwürfe zu Unterschlagungen und
Schmiergeldern im Regierungsapparat. Vielfach verlaufen Verfahren jedoch
im Sande und führen nicht zu Gefängnisstrafen.
