
„Nach der Freiheit“ war das Gespräch überschrieben, das Anne Rabe und Ilko-Sascha Kowalczuk am 12. Juni 2026 auf dem Festival LiteraTurm in Frankfurt am Main geführt haben, „Ost West Text“ lautete das Motto des gesamten Festivals. Die Schriftstellerin Anne Rabe hat in ihrem Roman „Die Möglichkeit von Glück“ eine vielfältige Geschichte gesellschaftlicher und auch häuslicher Gewalt in Ostdeutschland erzählt. Der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk gehört zu den bekanntesten Experten zur Geschichte und den Folgen der DDR.
Die beiden sprechen über autoritäre Denk- und Verhaltensmuster, über einen Transformationsprozess, der in Ostdeutschland so hart und bruchhaft war wie nirgends sonst im postkommunistischen Raum – und andererseits die Menschen weicher im neuen System aufschlagen ließ als in jedem anderen Land. Sie diskutieren die Subtilität einer Diktatur, die sich nicht an Mauern und an Gefängnissen zeigt, das gesellschaftliche Klima in der DDR der Achtzigerjahre, das familiäre Gewalt begünstigt hat, und den Sinn, in einem autoritären System die eigenen Kinder autoritär zu erziehen.
Sie rekonstruieren, welche Generationen sich in welcher Reihenfolge zur Ost-West-Thematik zu Wort gemeldet haben, welche Gruppe inzwischen verstummt ist und welche Tradition ein paternalistisches Verhältnis des Westens dem Osten gegenüber hat. Es moderierte Sandra Kegel.
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