
Die GIZ ändert ihre Struktur und will vor allem die beiden deutschen Niederlassungen Eschborn und Bonn verkleinern. Aus 19 Stabsstellen sollen beispielsweise 14 werden. Die bisherigen drei Gebiete Afrika, Asien/Lateinamerika und Europa werden zu zwei zusammengeführt. Auch andere interne Abteilungen sollen fusioniert werden.
Der Umbau werde Konsequenzen für alle Standorte, also auch in Eschborn, haben, sagte Vorstandssprecher und Arbeitsdirektor Thorsten Schäfer-Gümbel auf Anfrage. Allerdings könne er noch nicht sagen, wie sich das genau auf die einzelnen Standorte auswirken werde.
In Eschborn wurde gerade ein neues Gebäude fertiggestellt. „Der Neubau, der inzwischen bereits bezogen ist, ersetzt einige ältere Bürogebäude. Er ergänzt die bisherigen Liegenschaften der GIZ in Eschborn, sodass ein kompakter, nachhaltiger Campus entsteht. Wir werden damit auch Kosten senken und wirtschaftlicher sein, denn der Neubau ist bewusst wartungsarm gestaltet“, so Schäfer-Gümbel.
„Wir brauchen belastbare Kontakte und stabile Netzwerke“
Grund für die Umstrukturierung seien andere politische und wirtschaftliche Bedingungen, heißt es im jüngsten Geschäftsbericht. „Veränderte politische Prioritäten, die zunehmende Hinterfragung der internationalen Zusammenarbeit und letztlich weniger Aufträge: Die Rahmenbedingungen unserer Arbeit verschieben sich gerade fundamental“, sagte Schäfer-Gümbel. Wenn der Haushalt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) kleiner werde, wirke sich das direkt auf die GIZ aus. Daher sei ein „Weiter so“ keine Option.
Seit einigen Jahren sinkt der Haushalt des Ministeriums. Im Jahr 2023 waren noch 12,6 Milliarden Euro bereitgestellt, im laufenden Jahr sind es 10,05 Milliarden Euro. Für 2026 sieht der Haushaltsentwurf eine weitere Kürzung um knapp 600 Millionen Euro vor. Das BMZ ist mit Abstand der Hauptauftraggeber der GIZ vor der Europäischen Union, internationalen Regierungen, Stiftungen und Unternehmen.
Auch im Ausland will sich die GIZ neu aufstellen. Die neuen Standorttypen heißen nun Landesbüros, Regionalbüros und Kernbüros. Die Regionalbüros sollen künftig vorwiegend administrative Aufgaben für die Kernbüros übernehmen. Die Kernbüros sichern vor allem in schwierigen Regionen die Kontakte zu den Partnern und sollen den Blick für die lokalen Gegebenheiten schärfen. „Wenn wir Krisenregionen stabilisieren und nachhaltigen Wiederaufbau erreichen wollen, brauchen wir belastbare Kontakte und stabile Netzwerke“, so Schäfer-Gümbel.
Als Beispiel dafür nennt er Syrien. „Hier haben wir auch während des Bürgerkriegs vor Ort weitergearbeitet und konnten beispielsweise für rund zwei Millionen Menschen die Wasserversorgung verbessern und die Gesundheitsversorgung stabilisieren.“ Darauf könne man nun nach dem Bürgerkrieg aufbauen, in Kürze soll wieder ein Büro in Syrien eröffnen und Hilfe beim Aufbau des Landes vermitteln.
Schäfer-Gümbel erklärte, die GIZ werde durch die neuen Strukturen dauerhaft Kosten in Höhe von rund 60 Millionen Euro einsparen – das Geschäftsvolumen lag im vergangenen Jahr bei fast vier Milliarden Euro. Die neue Struktur gelte von Mai nächsten Jahres an. Zudem kündigte die GIZ einen weiteren Personalabbau an, der verantwortungsvoll umgesetzt werde. Seit dem Jahr 2023 hat die GIZ ihr Personal von 25.634 auf 23.787 Mitarbeiter Ende 2025 reduziert. Zwei Drittel von ihnen sind nationale Mitarbeitende in knapp 120 Einsatzländern.
