
Wer an der Haltestelle „Haus Gallus“ an der Frankenallee auf den Bus wartet, hat bisher in puncto Hygiene nicht zimperlich sein dürfen. Die Haltestelle für die Busse in Fahrtrichtung Westen liegt direkt unter der Brücke der Deutschen Bahn, auf der sich die S-Bahn-Station Galluswarte befindet. Eine Unterführung, die bei den Frankfurter Stadttauben äußerst beliebt ist. Seit Jahren sammeln sie sich zu Dutzenden, vielleicht sogar Hunderten zwischen den Brückenstreben, leben und brüten dort. Vor allem sondern sie Kot in unvorstellbaren Mengen ab. „Da kommt immer etwas von oben“, hatte ein Stadtteilpolitiker kürzlich berichtet – Regen sei es nicht.
Jetzt, nachdem der zuständige Ortsbeirat wiederholt an das Verkehrsdezernat appelliert hatte zu handeln, zuletzt im Februar dieses Jahres, kommt die gute Nachricht für alle Busnutzer: Die Stadt Frankfurt will unter der Brücke eine mobile Wartehalle aufstellen, damit Passanten und Fahrgäste künftig vor Taubenkot geschützt werden. Schließlich sind die Ausscheidungen der Tiere nicht nur unappetitlich, sondern können auch Krankheitserreger wie Bakterien und Pilze übertragen, insbesondere bei direktem Kontakt oder beim Einatmen von Staub.
Allerdings wird es noch „einige Wochen bis wenige Monate“ dauern, ehe die mobile Haltestelle voraussichtlich mit Dach und Seitenschutz aufgestellt ist, teilt die mit dem Vorhaben beauftragte Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) mit. Es seien noch Planung und Freigabe des Standorts, Produktion, Auslieferung und Installation der Wartehalle erforderlich. „Die Bestellung ist aber schon erfolgt“, heißt es.
Die Zahl der Tauben in der Stadt soll reduziert werden
Dass die Zustände an der Bushaltestelle unzumutbar sind, ist im Römer bekannt. Offiziell werden sie vom Verkehrsdezernat als „unbefriedigend bewertet“. Eine dauerhafte Lösung zu finden, sei schwierig. Für die Eisenbahnbrücke seien Eisenbahn-Bundesamt und Deutsche Bahn zuständig. Dennoch werde nach einem gemeinsamen Ortstermin gesucht, um über mögliche Lösungen zu beraten. Es müsse aber auch innerhalb der Stadt darüber nachgedacht werden, wie die Zahl der Tauben reduziert werden könne.
Das vor zwei Jahren von der Stabsstelle „Sauberes Frankfurt“ in der Nähe der Bahnunterführung aufgestellte erste mobile Taubenhaus in Frankfurt hatte keine Wirkung gezeigt und ist inzwischen wieder abgebaut. Die Tauben haben das Angebot nicht angenommen. Wohl auch, weil die Vögel konsequent aus der Anwohnerschaft gefüttert werden. Dabei ist dies verboten. Doch die Stadt kontrolliert und ahndet das illegale Füttern nicht.
