Vier Tage nach der Einführung des Tankrabatts sind die Spritpreise in Deutschland wieder leicht gestiegen. Nach Angaben des ADAC kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Sonntag 2,137 Euro. Das waren 2,3 Cent mehr als zum Start des Rabatts am 1. Oktober. Bei Diesel waren es den Angaben nach 2,253 Euro pro Liter – ein Plus von 0,9 Cent.
»Damit ist ein Teil der anfänglichen Entlastungswirkung bereits innerhalb weniger Tage teilweise wieder aufgezehrt worden«, teilte der ADAC mit. »Die Energiesteuersenkung hat zwar zu einem deutlichen Preisrückgang bei den Kraftstoffen geführt, die Entlastung schmilzt jedoch bereits wieder zusammen.«
Für die Entwicklung bei Super E10 gebe es derzeit keine offensichtliche Erklärung, da sich Ölpreis und Euro-Dollar-Wechselkurs nur wenig verändert hätten, teilte der Automobilklub mit. Aus Verbrauchersicht sei der erneute Preisanstieg »deshalb nur schwer nachvollziehbar«.
Unklar, wie viel Entlastung beim Verbraucher ankommt
Wie viel von der Steuersenkung von rund 17 Cent pro Liter von den Mineralölkonzernen an die Verbraucher weitergegeben wird, ist unklar. Verschiedene Einflussfaktoren lassen die Spritpreise schwanken. Zudem hatten die Preise an den deutschen Tankstellen schon in den Tagen vor dem 1. Oktober nachgegeben. Im Vergleich zum 30., 29. oder 28. September lagen die Preise am Sonntag bei E10 um 10,5 bis 13,9 Cent niedriger. Beim Diesel sind es 13,7 bis 17,2 Cent. Der Tankrabatt selbst gilt bis zum 31. Dezember.
Schon bei früheren Tankrabatten hatte es dieselbe Diskussion gegeben. Der Branchenverband der Mineralölwirtschaft en2x hatte in der Vergangenheit und auch bei der jetzigen Steuererleichterung stets betont, dass der Nachlass komplett weitergegeben werde. Verbraucherschützer und Wirtschaftsforscher waren zu gegenteiligen Ergebnissen gekommen.
