
Nach mehr als einem Monat ergebnislosen Suchens ist am Dienstag der Leichnam von Luigi Cavallari, Ehemann der italienischen Familienministerin Eugenia Roccella, im Vico-See in der Provinz Viterbo geborgen worden. Der 84 Jahre alte Cavallari war am 27. Juni bei einem Bootsausflug mit seiner Frau in den See gesprungen und nach wenigen Augenblicken von der Wasseroberfläche verschwunden.
In einer Mitteilung dankte die Ministerin den Rettungskräften und den beteiligten Institutionen: „Heute endet eine Zeit des quälenden Wartens. Ich danke den Einsatzkräften, die mit so viel Menschlichkeit und Hingabe nach meinem geliebten Luigi gesucht haben, bis er endlich gefunden wurde.“
Das Auffinden des Leichnams lindere zwar nicht den Schmerz des Verlustes, schrieb die 72 Jahre alte Ministerin. „Aber es gibt mir, unseren Kindern, seiner Familie und den vielen Menschen, die ihn kannten und liebten, die Möglichkeit zurück, diese tiefe Verbindung zu spüren zwischen den Lebenden und jenen, die nicht mehr unter uns sind.“
Schlechte Sichtverhältnisse im Wasser
Spezialkräfte der Feuerwehr aus ganz Italien hatten in den vergangenen fünf Wochen den Seegrund systematisch durchkämmt. Dabei kam modernste Technik wie Sonar und Unterwasserroboter zum Einsatz. In dem trüben Seewasser herrschen extrem schlechte Sichtverhältnisse, schon in wenigen Metern Tiefe ist faktisch nichts mehr zu sehen.
Der Einsatz von Tauchern war schon am Tag des Unglücks beendet worden. Die Sucharbeiten auf dem schlammigen und von Algenablagerungen bedeckten Seegrund gestalteten sich äußerst kompliziert. Jede einzelne Auffälligkeit auf dem Seegrund musste sorgfältig überprüft werden.
Nach Cavallaris Verschwinden hatte es in den sozialen Medien hasserfüllte Kommentare wegen der als unverhältnismäßig kritisierten Suchaktion gegeben. Es gab aber auch persönliche Angriffe gegen Roccella. Die Ministerin gehört zur rechtskonservativen Partei Brüder Italiens von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und vertritt in Ehe- und Familienfragen traditionalistische Positionen.
