
Von Nervosität keine Spur: Seine ersten Quartalszahlen für die Deutsche Bank präsentierte der neue Vorstand in einer Souveränität, die der seines Vorgängers James von Moltke in nichts dasteht. Kein Verhaspeln, kein Zögern bei der Beantwortung von Fragen. Keine Frage, die Premiere ist Akram gelungen. Gewichtiger ist aber, was Akram sagte. Die Aussage, dass die Bank so aufgestellt sei, dass weder Spannungen, Widrigkeiten noch wirtschaftliche Verwerfungen Deutschlands größter Geschäftsbank etwas anhaben könnten, hat es in sich. Andere Bankmanager haben sich mit Blick auf den noch andauernden Irankrieg, der einen Rattenschwanz wirtschaftlicher Verwerfungen nach sich ziehen kann und mit einiger Wahrscheinlichkeit auch wird, deutlich vorsichtiger zu den Aussichten im laufenden Jahr geäußert. Niemand, auch nicht die Deutsche Bank, hat eben die Glaskugel. Sonst wäre auch die Dot.com-Blase nie geplatzt, und es hätte vor knapp zwei Jahrzehnten auch keine Finanzkrise gegeben.
Darum sollte auch die Deutsche Bank im Allgemeinen und Akram im Besonderen vorsichtig damit sein, sich mit dem Nimbus der Unverwundbarkeit zu umgeben. Wird man doch verletzt, schmerzt die Wunde umso mehr. Natürlich ist es gut, an die eigenen Stärken zu glauben. Aber Erwartungen sind eben nur Erwartungen. So haben noch im Herbst Kapitalmarktexperten der Deutschen Bank den wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands vorhergesagt. Er ist bis heute nicht eingetreten.
