Knapp drei Monate nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter will die Deutsche Bahn mit Plakaten in Zügen und an Bahnhöfen für mehr Respekt gegenüber Bahn-Mitarbeitenden werben. In Zügen und an Bahnhöfen sollen Motive mit Slogans wie »Die Würde des Menschen ist unantastbar. Auch für alle in Uniform« zu sehen sein, wie die Bahn mitteilte.
Sie gehört zu einem Maßnahmenpaket für mehr Sicherheit, das nach dem gewaltsamen Tod eines 36-jährigen Zugbegleiters bei einem Sicherheitsgipfel vereinbart wurde. Der Mann war Anfang Februar in Rheinland-Pfalz während einer Fahrkartenkontrolle von einem Fahrgast ohne gültiges Ticket lebensgefährlich verletzt worden. Er erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Tat hatte bundesweit Bestürzung ausgelöst.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sagte, er sei »immer noch traurig und schockiert über den Tod« des Mannes. Die neue Kampagne setze der »immer weiter zunehmenden Zahl von Beleidigungen und Angriffen« ein klares Signal entgegen.
Im vergangenen Jahr gab es rund 2.700 Angriffe auf Bahn-Mitarbeitende
Zugleich verwies die Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der DB, Heike Moll, auf die wachsende Bedrohungslage für Bahn-Mitarbeitende. »Beleidigungen, Anspucken, Schläge, sexuelle Übergriffe und Körperverletzung sind keine Ausnahme mehr«, sagte sie. Die Entwicklung sei Teil eines breiteren gesellschaftlichen Trends, deshalb dürfe die Verantwortung nicht auf Einzelne beschränkt werden.
Die Zahl der Angriffe auf Bahn-Mitarbeitende ist zuletzt stark gestiegen. Nach Angaben der Bundesregierung wurden 2025 rund 2.690 Fälle registriert – etwa elf Prozent mehr als im Vorjahr.
Erneut Bahn-Mitarbeiter im Zug bedroht
Erst einen Tag vor der Aktionsankündigung der Bahn kam es in einem ICE von München nach Hamburg
erneut zu einem Zwischenfall. Nach Angaben der Bundespolizei wurde ein
Zugbegleiter kurz vor dem Halt in Hannover von einem 35-Jährigen mit
einem Messer bedroht.
Der Mann habe bei einer Fahrscheinkontrolle weder
ein Ticket noch einen Ausweis vorzeigen können. Nachdem der Zugbegleiter
die Bundespolizei verständigt hatte, soll der Fahrgast kurz vor der
Einfahrt in den Hauptbahnhof ein Messer gezogen und den 51-Jährigen
bedroht haben.
Beamte nahmen den Verdächtigen nach dem Halt des Zuges in Hannover fest und stellten das Messer sicher. Gegen den 35-Jährigen wird nun unter anderem wegen Bedrohung, fahrlässiger Körperverletzung und Erschleichens von Leistungen ermittelt.
