Bei einem Hackerangriff auf das kleine Fürstentum Liechtenstein haben Cyberkriminelle die Daten von rund 31.000 Personen aus einem Register zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung gestohlen. Der Vorfall habe sich bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ereignet, teilte die Regierung von Liechtenstein mit. Sie habe einen Krisenstab einberufen.
Ziel der Hacker sei das 2021 eingerichtete »Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen« gewesen, heißt es in der Erklärung weiter. Liechtenstein führt dieses Verzeichnis nach eigenen Angaben, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern. Es enthält Namen und andere Daten von Personen, die hinter Firmen, Stiftungen oder Treuhänderschaften stehen.
Ein Ermittlungsteam untersucht den Vorfall weiter und will Betroffene schnellstmöglich informieren. Die Regierungschefin von Liechtenstein, Brigitte Haas, und der Justizminister Emanuel Schädler leiten den Krisenstab.
Viele Reiche leben im Kleinstaat Liechtenstein
Das Fürstentum Liechtenstein ist eines der kleinsten Länder der Welt. Es zählt rund 41.000 Einwohner und ist mit nur 160 Quadratkilometern in etwa so groß wie Wuppertal. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf zählt Liechtenstein jedoch zu den wohlhabendsten Staaten der Erde.
Einer der erfolgreichsten Wirtschaftszweige sind Finanz- und Bankendienstleistungen. Vor vielen Jahren haben vor allem Europäer dort Stiftungen und Konten zur Steuerhinterziehung missbraucht. 2017 wurde das Bankgeheimnis in Steuerangelegenheiten aber aufgehoben.
