Die südkoreanische Boygroup macht mit ihrer Tour „Arirang“ am 11. und 12. Juli 2026 Stopp in München. Warum begeistern die sieben Mitglieder weltweit so viele Fans? Die wichtigsten Fragen und Antworten:
Was bedeutet die Abkürzung?
BTS sind die weltweit erfolgreichste Boyband aus Südkorea. Die Gruppe hatte ihr Debüt im Jahr 2013 mit der EP „2 Cool 4 Skool“. Der Name BTS steht für „Bangtan Sonyeondan“, auf Deutsch „Kugelsichere Pfadfinder“.
Die Gruppe hat sieben Mitglieder: RM hält BTS als Leader auf Spur, rappt, produziert Songs und spricht fließend Englisch. Jin, geboren 1992, ist der Älteste. Er singt und gilt wegen seines guten Aussehens als „Visual“ der Gruppe. Suga wurde nach eigener Erzählung ausgetrickst, damit er Teil von BTS wurde: Er wollte ursprünglich Rapper werden und auf keinen Fall tanzen. Entgegen den Versprechen des Labels muss er bei den anspruchsvollen Choreographien von BTS mitmachen – rappt aber auch und produziert Lieder. J-Hope war vor dem Debüt Streetdancer und achtet darauf, dass alle Details der Tänze stimmen. Jimin ist ein starker Tänzer und Sänger und übernimmt häufig die höchsten Noten der Songs. V überrascht dagegen immer wieder mit seiner tiefen, emotionalen Gesangsstimme und ist für seine künstlerische Ader bekannt. Der Allrounder Jungkook, geboren 1997, hat den Spitznamen „Golden Maknae“ – „Goldener Jüngster“.

Wie erfolgreich sind BTS?
BTS haben K-Pop auch im Westen in den Mainstream geholt. Sie wurden unter anderem 14-mal bei den American Music Awards ausgezeichnet und wurden als erste K-Pop-Gruppe bei den Grammys nominiert. Sieben ihrer Lieder schafften es auf Platz eins der Billboard Hot 100, der Song „Butter“ hielt sich für insgesamt zehn Wochen an der Spitze. 2021 wurden BTS mit 23 Weltrekorden in die Guinness World Records Hall of Fame aufgenommen.
Neben anderen Veröffentlichungen und Soloprojekten hat die Gruppe bislang zehn Studioalben produziert, die größtenteils millionenfach verkauft wurden. Ihr neustes Album „Arirang“ wurde in der ersten Woche über 500.000-mal verkauft und bescherte BTS damit die verkaufsstärkste Woche für ein Album einer Gruppe in über einem Jahrzehnt. Ihre Welttournee „Arirang“ erstreckt sich über rekordverdächtige 88 bestätigte Shows in 34 Städten.
Warum stehen BTS beim WM-Finale auf der Bühne?
BTS werden in der Halftime-Show im Finale der laufenden Fußball-WM auftreten, neben Künstlern wie Justin Bieber, Madonna und Shakira. Laut FIFA sollen die Performances eine „epochale Feier an der Schnittstelle von Sport, Musik und globaler Wirkung“ sein. FIFA-Präsident Gianni Infantino erklärte die Entscheidung so: „Madonna, Shakira und BTS sind weltweite Ikonen, deren Musik Grenzen und Generationen überwindet.“ BTS stehen also nicht nur als Gruppe, sondern auch als Aushängeschild der „Korean Wave“ auf der Bühne: Sie waren und sind Vorreiter, die koreanische Kultur im Westen bekannt gemacht haben.
Worum geht es in den Liedern von BTS?
BTS machen in vielen Songs Mut, zu sich selbst zu stehen und sich nicht verbiegen zu lassen. In „Idol“ etwa heißt es „I know what I am / I know what I want / I never gon’ change / I never gon’ trade“. Sie singen darüber, trotz Widrigkeiten Träume zu verfolgen, und üben auch Kritik etwa an sozialer Ungleichheit und dem Druck, der auf jungen Menschen lastet. BTS schreiben einen Großteil ihrer Lieder und Texte selbst und verarbeiten darin ihre eigenen Erfahrungen. In „Normal“ verarbeiten sie etwa ihr Leben als Stars: „Kerosene, dopamine, chemical-induced / Fantasy and fame, yeah, the things we choose“. Romantische Liebeslieder sind eher die Ausnahme.
Das Album und die Tour heißen „Arirang“ – was bedeutet das?
„Arirang“ ist ein jahrhundertealtes koreanisches Volkslied. Woher der Name kommt und was er bedeutet, ist unklar. Als Japan die Koreanische Halbinsel von 1910 bis 1945 besetzte, ist es zu einem Widerstandslied geworden. Nord- und Südkorea haben es auch schon statt ihrer Nationalhymnen genutzt, wenn sie bei Sportwettkämpfen gemeinsam aufgetreten sind. BTS stellen mit dem Namen also das kulturelle Erbe Koreas und den Hintergrund des Erfolgs von K-Pop in den Mittelpunkt.
Warum war BTS seit 2022 weg?
In Südkorea gibt es eine Wehrpflicht, deshalb müssen alle Männer für rund zwei Jahre zum Militär – auch Weltstars. Die BTS-Mitglieder haben ihre Wehrpflicht zwischen 2022 und 2025 abgeleistet und machen nun mit dem Album und der Tour ihr großes Comeback. Zwischendurch haben sie Soloprojekte gemacht, etwa eigene Musik herausgebracht und geschauspielert. Im Normalfall bedeutet der Militärdienst auch das Ende der gemeinsamen Karriere von Boygroups. Das Album und die Tour zeigen damit auch den Zusammenhalt der Gruppe. Und ihrer Fans.

Wer sind Army?
Es ist üblich, dass K-Pop-Gruppen ihrer Fanbase einen Namen geben. Die Fans von BTS heißen Army. Die Mehrheit von ihnen ist weiblich und eher jung – aber nicht nur. Army sind in den sozialen Medien gut organisiert und nutzen das, um BTS, aber auch einander zu unterstützen. Außerdem haben sich aus der Fanbase Gruppen entwickelt, die etwa im Namen von BTS und Army Kampagnen für wohltätige Zwecke auf die Beine stellen.
Was erwartet Besucher auf dem Konzert in München?
BTS liefern auf der Tour eine gut zweistündige, durchchoreographierte Inszenierung mit Backgroundtänzern, Lichtshow, Feuerwerk und Special Effects ab. In der Allianz-Arena können etwa 75.000 Fans dabei sein, die Tickets sind für die beiden einzigen Konzerte in Deutschland am Samstag und Sonntag ausverkauft. Die Atmosphäre ist auf K-Pop-Konzerten generell und auch bei BTS-Konzerten ausgelassen, energiegeladen und positiv. Viele Fans singen die Lieder mit und können „Fanchants“ auswendig – abgesprochene Zwischenrufe an bestimmten Stellen in den Songs. Meist sind das die Namen der Mitglieder, Teile der Lyrics oder positive Botschaften. Außerdem bringen viele Fans sogenannte Lightsticks mit, offizielle Leuchtstäbe, die synchron mit der Bühnenbeleuchtung die Farbe wechseln und das Publikum so einbeziehen.
Was sollte man hören, wenn man BTS noch nicht kennt?
BTS haben nach Fanzählungen etwa 470 Lieder gemeinsam oder solo veröffentlicht. Die Genres reichen von Hip-Hop über Pop bis Jazz, manche sind energiegeladen, andere ruhig, manche fröhlich, manche traurig. Kurz: Es ist für jeden das Richtige dabei. Der ruhige Song „Swim“ ist der Titeltrack des aktuellen Albums. Einen schnellen Einstieg können auch die poppigen „Dynamite“, „Butter“ und „Permission to Dance“ bieten. In Liedern wie „MIC Drop“ und „Silver Spoon“ liegt der Fokus mehr auf dem Rap, „I Need You“ und „Spring Day“ sind eher melancholisch und poetisch. Oder man geht zurück zum Anfang und hört den Debütsong „No More Dream“.
