Der Chef des deutschen Technologiekonzerns Bosch, Stefan Hartung, tritt vorzeitig ab. Der 60-Jährige legt sein Mandat zum 30. Juni auf eigenen Wunsch nieder, wie das Unternehmen in Gerlingen bei Stuttgart mitteilte. Nachfolger soll der bisherige Vizechef Christian Fischer werden.
Der Wechsel erfolgt nach Angaben des Konzerns im Einvernehmen mit Gesellschaftern und Aufsichtsrat. Hartungs Vertrag war erst im vergangenen Herbst verlängert worden, Berichten zufolge bis 2031. Der Manager stand seit Anfang 2022 an der Spitze des Unternehmens.
Bosch steckt zuletzt in einer tiefen Krise: Der weltgrößte Autozulieferer kämpft mit schwacher Nachfrage, hohen Kosten und einem umfassenden Stellenabbau. Im vergangenen Jahr verbuchte der Konzern erstmals seit 2009 einen Nachsteuerverlust, während der Umsatz nur leicht auf 91 Milliarden Euro stieg. Damit blieb Bosch deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück.
Bosch unter Druck
Besonders im Kerngeschäft litt Bosch zuletzt unter dem schleppenden Wandel zur Elektromobilität und der schwachen Entwicklung der Autoindustrie. Gleichzeitig hielten sich viele Verbraucherinnen und Verbraucher wegen der angespannten Wirtschaftslage beim Kauf von Hausgeräten, Elektrowerkzeugen und anderen Produkten des Konzerns zurück.
Belastet wurden die Geschäftszahlen zudem durch die Kosten des Sparprogramms. Vor allem in der Zuliefersparte plant Bosch in den kommenden Jahren den Abbau von bis zu 22.000 Stellen. Auch in anderen Bereichen, etwa bei der Hausgerätetochter BSH und in der Sparte der Elektrowerkzeuge, gibt es Kürzungspläne.
