„Ich kann von Grönland einfach nicht genug bekommen“, hat Dänemarks König Frederik X. mitgeteilt – und dazu sehr fröhliche Fotos von einem Besuch bei der Sirius-Schlittenpatrouille veröffentlicht. Die Bilder zeigen das Staatsoberhaupt zusammen mit Soldaten in einer alles andere als königlichen Umgebung: Zu sehen ist ein König, der Ausrüstung am Hundeschlitten verstaut, der lächelnd im Schnee zusammen mit Soldaten vor einer Hütte mit Rentiergeweih steht, dann die museal wirkende Küche einer sehr einfachen Holzhütte mit Holzofen, zum Trocknen aufgehängte Winterstiefel und zuletzt noch Fotos des Königs mit Soldaten, wie sie lachend Tischkicker spielen.
Seit das erste Schlittenteam vor 75 Jahren aufgebrochen sei, hätten mehr als 500 Teilnehmer Patrouillen absolviert, teilte König Frederik mit. Jedem Einzelnen gelte sein tiefster Respekt. Er sei nun einige Tage mit der Schlittenpatrouille unterwegs gewesen und danke für die Möglichkeit, „wieder den Rausch der unvergleichlichen Kräfte der Natur zu spüren“.
Frederik hatte schon im Jahr 2000 – damals noch in seiner Rolle als Kronprinz – an der Schlittenhunde-Expedition „Sirius 2000“ teilgenommen. Diese ging über vier Monate und knapp 2800 Kilometer quer durch den unwirtlichen Norden Grönlands. Auch in diesem Februar hatte König Frederik Grönland besucht. Der Besuch galt als Solidaritätsbekundung.
Das Königshaus fühle sehr mit dem grönländischen Volk
Zuvor hatte Amerikas Präsident Donald Trump lange selbst die Anwendung militärischer Gewalt nicht ausgeschlossen, um Grönland zu annektieren. Dänemark, zu dessen Königreich Grönland gehört, hatte das Ansinnen stets zurückgewiesen. Zeitweilig schien eine amerikanische Intervention kurz bevorzustehen, Dänemark schickte deshalb im Frühjahr Soldaten nach Grönland mit dem Auftrag, die Insel zu verteidigen und im Notfall auch Landebahnen zu sprengen. König Frederik hielt sich öffentlich in der Angelegenheit zurück, äußerte jedoch vor seiner Reise damals, das Königshaus fühle sehr mit dem grönländischen Volk.
Frederiks Besuch bei der Sirius-Schlittenpatrouille kann aber als direktes Signal an Washington verstanden werden, schließlich hatte die Patrouille im amerikanisch-dänischen Streit eine Rolle gespielt. So hatte Trump Dänemark vorgehalten, nur einen weiteren Hundeschlitten angeschafft zu haben, um die Sicherheit Grönlands zu verstärken. Von dänischen Militärs heißt es dazu hingegen, die Sirius-Schlittenpatrouille sei im Norden der Insel essenziell. Dänische Soldaten verwiesen im Frühjahr in Gesprächen mit der F.A.Z. darauf, dass die Temperaturen im Norden Grönlands auf bis zu minus 50 Grad absinken können. Da funktioniere militärisches Gerät nicht mehr – wohl aber die Schlittenpatrouillen.
Ihre Einsatzfähigkeit bewies die Patrouille, als sie 2024 eine dubiose russische Gruppe namens „Transglobal Car Expedition“ stoppte, die ohne Genehmigung nach Grönland gekommen war und mit mehreren großen Fahrzeugen versucht hatte, die Insel zu überqueren. Danach verstärkte Dänemark mit zusätzlichen Soldaten und Material die Patrouille.
