Eigentlich brachte die parteilose Sarah Wedl-Wilson im Mai 2025 alles mit, was sich die spar- und leidenserprobte
Berliner Kulturszene von einer Kultursenatorin nur wünschen kann: Charme, diplomatisches Geschick, Erfahrung als Kulturmanagerin sowie eine intime
Kenntnis der Berliner Kulturverwaltung. In der hatte Wedl-Wilson zuvor zwei
Jahre als Staatssekretärin im Hintergrund gewirkt, während sich Joe Chialo, ihr
Vorgänger im Kultursenatorenamt, den Zorn der Berliner Theater und Museen sowie
der freien Kulturszene zuzog. Chialo musste harte Sparmaßnahmen verkünden,
wirkte dabei aber so unsouverän, wie man als Musikmanager ohne
Regierungserfahrung eben wirkt, wenn man im Sturm regieren muss.
