Deutschlands Basketball-Legende Dirk Nowitzki hat bei seiner Aufnahme in die Ruhmeshalle des Weltverbandes seinem langjährigen Mentor Holger Geschwindner mit bewegenden Worten gedankt. „Du hast mich als Mensch geformt, nicht nur als Basketballspieler. Du hast an mich geglaubt, wenn ich nicht an mich geglaubt habe. Ohne dich würde ich heute nicht auf dieser Bühne stehen“, sagte Nowitzki bei der Hall-of-Fame-Zeremonie der Fiba im Berliner Kraftwerk.
Der heute 80 Jahre alte Geschwindner hatte mit Nowitzki seit Jugendjahren trainiert. Legendär sind vor allem die unorthodoxen Trainingsmethoden von Geschwindner, der Nowitzki damit in der Sommerpause in einer kleinen Trainingshalle in Rattelsdorf immer wieder in Form brachte. Rudern, Handstand, Saxofon spielen, Bücher lesen – alles sei dabei gewesen.
Essenziell für Leben und Karriere
„Ich habe gelernt, dass ein Mentor essenziell für dein Leben und deine Karriere ist“, sagte Nowitzki an den im Publikum sitzenden Geschwindner gerichtet. „Harry Potter hatte Dumbledore, Alexander der Große hatte Aristoteles, ich hatte Holger.“
In seiner Ansprache, bei der der Teleprompter zeitweise versagte und Nowitzki vom Handy ablesen musste, dankte er auch seinem Vater Jörg-Werner und Mutter Helga: „Ihr wart die besten Eltern, die man sich vorstellen kann.“

Präsident Ingo Weiss vom Deutschen Basketball Bund (DBB) lobte derweil Nowitzki über alle Maßen. „Dirk ist erstens ein extrem guter Sportler, der alles erreicht hat, was man erreichen kann. Er ist immer auf dem Boden geblieben, ein feiner Kerl und ein guter Freund.“ Nowitzki, so Weiss weiter, sei „ein absoluter Leuchtturm im Basketball.“
Der zweite Deutsche nach Detlef Schrempf
Bei der Zeremonie am Dienstagabend in Berlin erhielt der NBA-Champion von 2011 neben sieben weiteren Größen des Sports seinen Platz in der Ruhmeshalle. auch Sue Bird (USA), Celine Dumerc (Frankreich), Hidayet Türkoglu (Türkei), Clarisse Machanguana (Mosambik), Wang Zhizhi (China) und Ismenia Pauchard (Chile/posthum) sowie Ludwik Mietta-Mikolajewicz (Polen) als Trainer wurden mit der besonderen Ehrung bedacht. Nowitzki ist damit der zweite Deutsche nach Detlef Schrempf.
Mit der deutschen Nationalmannschaft hatte Nowitzki 2002 Bronze bei der WM in den USA und Silber bei der EM 2005 in Serbien gewonnen. Bei beiden Turnieren war der Würzburger auch zum wertvollsten Spieler (MVP) gewählt worden. Bereits 2023 war der heute 47-Jährige in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame in den USA eingeführt worden, in der ebenfalls Größen des Weltbasketballs geehrt werden.
Nowitzki hatte seine aktive Karriere bei den Dallas Mavericks im Jahr 2019 beendet. Sein letztes Spiel für die Nationalmannschaft hatte er bereits im Rahmen der Europameisterschaft 2015 absolviert.
